FeedAlaschehr
ErdkundeBrockhaus 1882

Alaschehr (bunte Stadt) „Stadt im asiat.⸗türk. Vilajet Aidin, 120 km östlich von Smyrna, am nördl. Abhange des Tmolus, nahe dem Kusu-Tschar, einem linken Rebenfluffe des Gediz-Tschai oder Hermus, in fruchtbarer Gegend an der Karawanenstraße von Smyrna nach dem Innern gelegen. A. ist einer der apokalyptischen Kirchenorte, hat ein ärmliches Aussehen, besitzt acht Moscheen und fünf griech. Kirchen, ist Sitz eines griech. Erzbischofs und zählt etwa 8000 C. (worunter 1300 Griechen), die bedeutenden Korn⸗, Baumwoll⸗ und Tabakbau treiben. Eine uralte, aber teilweise durch Erdbeben zerstörte Wallmauer umschließt das zum Teil verödete und mit Skulpturen und andern überresten des Altertums angefüllte Ganze; auch die hochgelegene Akropole liegt in Trümmern. Die Stadt hieß ursprünglich Callatebus, wurde aber 154 v. Chr. vom König Attalus II. Philadelphus durch macedon. Ansiedler erweitert und nach dessen Beinamen Philadelphia benannt. Sie litt herins durch Erdbeben und wurde unter Kaiser Tierius durch ein solches gänzlich zerstört. Unter den byzant. Kaisern war sie Sitz eines Bischofs und später eines Metropoliten. Am 21. April 1190 zogen hier die deutschen Kreuzfahrer unter Kaiser Friedrich I. ein. Theodor Laskaris schlug daselbst 1211 den Fürsten Kei-Khosrew von Iconium, und 1306 wurde A. durch Alischir von Iconium belagert und von den Griechen unter Roger entsetzt. A. war die letzte Stadt Kleinasiens, welche den osman. Türken unterlag (1390. ů

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 318Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 2

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6