Albano, Stadt in der . 5 Rom des Königreichs Italien, etwa 20 km südöstlich von der Hauptstadt entfernt und mit derselben durch die Via Appia und die Eisenbahn Rom-⸗Neapel verbunden, ist Sitz eines Bistums, das unmittelbar unter dem röm. Stuhle steht und von einem Kardinalbischof verwaltet wird, und zählt (1871) 6297 E. Der Ort, obgleich ärmlich und nicht sehr reinlich, wie alle kleinern ital. Städte, enthält zahlreiche Billen und Landhäuser vornehmer Römer und wird von ausgedehnten Weinpflanzungen umeben, die einen vorzüglichen roten und weißen ein liefern, der schon im Altertum gerühmt wurde. Die Frauen des Ortes stehen im Rufe Trach Schönheit und haben eine höchst malerische racht, die indessen nur noch an hohen Festtagen getragen wird. A. verdankt seinen Ursprung den illen des Pompejus und anderer und wurde von den röm. Kaisern, namentlich Domitian, zu einer einzigen großartigen Villa ausgebaut. So entstand allmählich eine neue Stadt, das municipium Albanum, von welcher noch Wasterlert Reste vorhanden sind, z. B. die einer Wasserleitung, eines Amphitheaters und der kolossalen Bauten Domitians, während von dem uralten Albalonga (s. d.) sch nichts mehr erhalten hat, sodaß selbst seine Lage sich nicht mit völliger Sicherheit bestimmen läßt. Zwei interessante Baudenkmale liegen in der nächsten Umgebung des Ortes: das sog. Grabmal des Ascanius (des angeblichen Gründers von Albalonga) vor dem nach Rom führenden Thore an der Appischen Straße, ohne Grund für das Grabmal des Pompejus gehalten; auf der andern Seite der Stadt (nach Ariccia zu) das 0g Grabmal der Horatier und Curiatier, eine Nachahmung eines etrusk. Grabes, vermutlich aus der frühern Kaiserzeit. Ein großartiges Baudenkmal der Neuzeit ist der 1846 —53 unter Pius IX. durch Bertolini errichtete, 304m lange und 59 mhohe Viadukt auf der Straße nach Ariccia, aus Peperin erbaut, mit drei Bogenstellungen übereinander. Er überschreitet das tiefe, zwischen A. und dem Städtchen Ariccia gelegene Thal. Eine besondere ½ der reizenden pittoresken Umgebungen von A. bilden die prächtigen, von Papst Urban VIII. (Barberini) angelegten Alleen riesiger Bäume (gallerie genannt). A. liegt am Westabhange des schönbewaldeten Albaner Gebirgs (Monti-Laziali), eines vulkanischen Ringgebirgs mit mehrern Kratern, deren wei durch den Albaner⸗ und Nemisee erfüllt weren. Der höchste Punkt des Gebirgs ist der Monte-Cavo, 954 m, mit einer herrlichen Aussicht auf das Gebirge selbst, auf Rom und seine Campagna, die Etrusker⸗ und Sabinerberge und die Küste von Terracina bis Civita-Vecchia. Er erhebt sich auf dem Westrande eines trockenen, mit Süßwasserschichten erfüllten Kraters, welcher das Lager des Hannibal genannt wird. Der Monte-Cavo ist der Mons Latialis oder eigentliche Nons Albanus der Alten. In vorröm. Zeit war derselbe der Heilige Berg der Latiner, auf welchem die Bundesfeste (Feriae latinae) gehalten wurden und der hochberühmte Tempel des Jupiter Latiaris stand. Der Tempel wurde erst 1783 durch den letzten Stuart, Kardinal von Vork, völlig zerstört, und die Trümmer wurden zum Bau des Passionistenklosters, das jetzt den Gipfel des Bergs krönt, verwendet. Unweit des Kraters führt eine noch trefflich erhaltene antike, mit großen Lavapolygonen gepflasterte Straße auf die Höhe des Bergs, wohl die via triumphalis, auf der röm. Feldherren, denen der Triumph in Rom nicht bewilligt ward, feierlich zum Tempel hinaufzogen. Der höchst malerische Albanersee (gewöhnlich Lago di Castello genannt), ofer A. und dem Monte-Cavo, liegt 294 m über dem Meere, ist bis 170 m tief und bedeckt eine Fläche von 5,5 qkm. Der steile Kraterrand überragt den Spiegel des Sees um 160 m und ist schön bewaldet. Als die Römer 397 v. Chr. Veji bekriegten, wuchs dieser See im heißen Sommer ohne sichtbare Woht zu einer ungewöhnlichen Höhe. Etrusk. Wahrsager erklärten, daß die Eroberung von Veji von dem Ablassen des Sees abhänge. Auf diese Veranlassung führten die Römer unter Anleitung der Etrusker durch Lava und Peperin einen Abzugskanal (Emissarium), wobei sie die Minierkunst erlernten, die sie nun zur Untergrabung der Mauern von Veji anwendeten. Der noch bestehende und seinen Zweck erfüllende Kanal führt durch den Hügel unterhalb Castel⸗ Gandolfo, hat eine Länge von 1200 m, ist 1,3 m breit und 2—3 mehoch. Das Wasser fließt, nachdem es zur Bewässerung der Felder gedient hat, in den Tiber. Südwestlich vom Albanersee liegt 30 m höher der Nemisee, Lacus Nemorensis der Alten, mit einer Fläche von etwa 1, qkm. Er ist etwa 100 m ri und wird ebenfalls durch einen Emissar geregelt. Von dem einst berühmten Tempel der Diana Nemorensis sieht man die Substruktionen unweit des Sees bei dem Städtchen Nemi. Die uurd sHebrened Schönheiten, welche Stadt, See und Gebirge darbieten, ziehen zahlreiche Fremde und Künstler in die Gegend von A. Berühmt ist der Albaner Stein, jetzt Peperino genannt, eine Art vulkanischen Tuffs von asch⸗ oder grünlichgrauer Farbe, der bei A. gebrochen wird und ein gutes Baumaterial abgibt.