Arnstadt, die bedeutendste Stadt in der Oberhauben, i. des Fürstentums Schwarzburg-Sondersausen, 18 Km südsüdwestlich von Erfurt, in anmutiger Gegend am nördl. Abhange des Thüringerwaldes, an der Gera und an der i dietendorf-Ilmenau der Preußischen Staatsbahn, zählt (1880) 10500 E. (worunter 70 Katholiken) und ist eine der ältesten Städte Thüringens, deren Vorhandensein on 704 urkundlich elirche ist. Die im 12. Jahrh. erbaute Liebfrauenkirche mit dem Grabmal Günther von Schwarzburgs veranschaulicht den Ubergang des roman. in den german. Baustil. Die 11 0 istorisch merkwürdige Günthersmühle ist 1872 niedergebrannt und an ihrer Stelle eine neue amerik. Mustermühle aufgeführt worden. Das fürstl. Schloß enthält eine Sammlung von Porzellanarbeiten, ist aber sonst unbedeutend. A. ist Sitz eines Line Bürgel hat ein Gymnasium, eine Real⸗ und eine Bürgerschule sowie ein mitten im Schloßgarten gelegenes Theater. Es ist Mittelpunkt für den Getreide⸗ und Holzhandel zwischen der fruchtbaren Ebene und dem Thüringerwalde. Die Industrie beschäftigt außer mehrern Gerbereien und Brauereien u. Wacen Fabriken für Handschuhe, Brückenwagen, Wagen, Feuerspritzen, Farben⸗, Schuh-⸗, Korb⸗ und Hutwaren und in der Nähe (bei Plaue) eine bedeutende Porzellanfabrik. Die Handelsgärtner haben ein starkes Exportgeschäft. A. 91 auch als klimatischer Kurort und hat Anlagen ür Sol-⸗, Dampf⸗ und 0 tennadelbäder. Vgl. Olearius, KArnstädtische Geschichtes (Arnst. 1701); Hesse, A.s Vorzeit und Gegenwarty (Arnst. 1842).