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GeschichteBrockhaus 1882

Albert (Friedr. ů König von en Puin. geboren, als der älteste ohn des damaligen Prinzen (nachmaligen Königs) Johann, 23. April 1828 zu Dresden, erhielt eine überaus sorgfältige Erziehung unter der Leitung des als sächs. Historiker bekannten Friedr. Alb. von Langenn. Die wissenschaftliche Bildung des Prinzen fand ihren Abschluß auf der Universität Bonn, welche derselbe zugleich als Studiengenosse des Prinzen Friedri Karl von Preußen, Michaelis 1847 bezog, aber schon im März 1848 bei dem Ausbruche der auf die franz. Februarrevolution folgenden Wirren wieder verließ, um später mit den sächs. Truppen an dem Kampf gegen Dänemark teilzunehmen. Schon frühzeitig hatte der Prinz Neigung und Anlage zum Militärwesen gezeigt und die Anregung dazu gegeben, daß bei seiner Erziehung, unter der speziellen Führung eines tüchtigen Militärs, des als sächs. Generallieutenants a. D. 13. Febr. 1865 verstorbenen Hans Jul. Aug. von Mangoldt, namentlich auf kriegswissenschaftliche Studien und Übungen Rücksicht genommen worden war. Im Alter von 15 Jahren trat A. 1843 als Lieutenant in die Armee und zog 1849 in der Charge eines Hauptmanns, unter dem Reichsoberbefehle des preuß. Generals von Prittwitz, mit nach Schleswig-Holstein, von wo er, beim Friedensschlusse durch das Ritterkreuz des fächf. Militär-St.⸗Heinrichsordens sowie durch den preuß. Orden pour le mérite ẽ51 zurückkehrte. Infolge dessen wurde ihm, trotz seiner Jugend, als einem bereits im Felde erprobten Soldaten bald darauf ein selbständiges Kommando mit der Majorscharge über die Garnison in Bautzen anvertraut und damit zugleich der Posten des dortigen Stadtkommandanten übertragen. Später machte A. mehrere Reisen, um das Militärwesen anderer Staaten durch eigene Anschauung kennen zu lernen. Neben diesen militärischen Beschäftigungen versäumte indes A. keineswegs die staatsmännischen Arbeiten, welche für b6 als dereinstigen Regenten von Sachsen von besonderer Wichtigkeit sein mußten, sodaß er wohl vorbereitet, nach der im Aug. 1854 erfolgten Thronbesteigung seines Vaters, die Präsidentschaft im Staatsrate übernehmen und in die Erste Kammer als thätiges Mitglied eintreten konnte. Kurz vorher, 1853, war er in der Charge eines Generallieutenants zum Kommandanten der sächs. Infanterie ernannt worden, welche Stellung er, seit 1857 General, im Deutschen Kriege von 1866 mit der eines Korpskommandanten der gesamten sächs. Armee vertauschte. Als solcher fuhrte er die Truppen Ende Juni der unter Benedek in Böhmen gegen Preußen zusammengezogenen österr. Nordarmee zu, wo sie anfangs zur Verstärkung von Clam-Gallas bestimmt waren. Mit diesem kämpfte der Prinz 28. Juni bei Münchengrätz, 29. Juni bei Gitschin und stand 3. Juli bei Königgrätz auf dem linken österr. Flügel, wo er die Stellung von Problus mit großer Tapferkeit gegen die Elbarmee unter Herwarth von Bittenfeld verteidigte. War auch der Feldzug unter Benedeks Leitung für die sächs. Waffen ebenso wenig wie für die österreichischen vom Glücke begünstigt, Ichihe doch der Prinz die Dder süch, 2 die Kriegstüchtigkeit und Tapferkeit der sächs. Truppen unter seiner trefflichen Cehne W selbst vom Gegner anerkannt zu sehen. Seine Verdienste wurden durch Verleihung des Großkreuzes des sächs. Militär-St.⸗Heinrichsordens und des Ritterkreuzes des österr. Maria-Theresiaordens ausgezeichnet. Nach dem Friedensschlusse Ende 1866, in dessen Folge das Königreich Sachsen dem Norddeutschen Bunde beitrat und seine Armee dem preuß. Oberbefehle unterstellte, erhielt A. das Kommando über das sächsische, nunmehr 12. norddeutsche Armeekorps. Dasselbe wurde beim Ausbruch des Deutsch-Französischen Kriegs im Juli 1870 zunächst der unter dem Oberbefehl des Prinzen Friedrich Karl von Preußen stehenden Zweiten Deutschen Armee zugeteilt und kam unter dem Kommando Ats bereits 18. Aug. zur Aktion, wo es in der Schlacht bei Gravelotte-St.⸗Privat auf dem äußersten linken Flügel der Deutschen im Verein mit dem preuß. Garde-Armeekorps die starke franz. Stellung bei St.⸗Privat und Marie-aux-Chênes unter großen Opfern erstürmte und dadurch wesentlich zum Siege beitrug. Als nach der Einschließung der franz. Rheinarmee von deutscher Seite der Vormarsch Shen Paris beschlossen worden war, erhielt A. den Oberbefehl über die aus dem preuß. Garde-Armeekorps, dem 4. und 12. (sächs.) Armeekorps und der 5. Und 6. Kavalleriedivision neugebildete Vierte oder Maasarmee, welche, auf dem Marsch nach Chälons begriffen, gegen Ende August im Verein mit der Dritten Armee (unter dem Kronprinzen von Preußen) die berühmte Flankenbewegung nach Norden aus-Mr-n wo sie 30. Aug. die franz. Armee unter ac-Mahon bei Beaumont schlug und 1. Sept., den rechten deutschen Flügel bildend, hervorragenden Anteil an der Entscheidungsschlacht von Sedan nahm. Bei der Cernierung von Paris hatte die Vierte Armee unter dem Kronprinzen A. die Nord- und Nordostfront besetzt. Nach dem Frieden wurde der Kronprinz vom Deutschen Kaiser im Sommer 1871 zum Generalinspecteur der 1. Armeeinspektion und zum Generalfeldmarschall ernannt und erhielt auch vom Kaiser Alexander II. von Rußland den Marschallstab. Bei dem am 29. Okt. 1873 erfolgten Tode seines Vaters bestieg A. den sächs. Thron und legte dann das Generalinspektorat nieder, richtete aber gleichzeitig an den Kaiser Wilhelm die Bitte, im Falle einer künftig etwa eintretenden Mobilisierung die zu seiner bisherigen Inspektion gehörigen Armeekorps wieder unter seinen Befehl zu stellen. A. ist seit 18. Juni 1853 vermählt mit der Prinzessin Karoline (Caröla) von Wasa (geb. 5. Aug. 1833): die Ehe ist kinderlos; präsumtiver Thronfolger ist sein Bruder Prinz Georg (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 336Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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