Alvensleben (Konstant. von), preuß. General der Infanterie, Bruder des vorigen, geb. 26. Aug. 1809 zu Eichenbarleben in der preuß. Provinz Sachsen, erhielt seine militärische Bildung im Kadettenkorps und begann 1827 seine Laufbahn im Kaiser-Alexander-Garde-Grenadierregiment, in welchem er nach 26 Jahren bis zum Major aufgestiegen war. Im J. 1858 zum Oberstlieutenant avanciert, wurde heiten im Kriegsministerium, noch in demselben Jahre Oberst und 1861 Kommandeur des Kaiser-Alexander-Garde-Grenadierregiments. Nach dem dän. Kriege von 1864 wurde er Generalmajor, nach dem Deutschen Kriege von 1866, in welchem er eine Gardebrigade und, nachdem General Hiller von Gärtringen gefallen war, die 1. Gardedivision ruhmvoll hate avancierte er zum Generallieutenant. Er hatte während dieses Feldzugs am Gefecht von Soor und der Schlacht von Königgrätz teilgenommen. Beim Ausbruche des Deutsch-Französischen Kriegs von 1870 wurde A. zum kommandierenden General des 3. Armeekorps ernannt, welches an der Entscheidung der ersten Kämpfe einen Hauptanteil hatte, faßte sodann selbständig den für das Schicksal der franz. Rheinarmee verhängnisvollen Entschluß, mit dem 3. Armeekorps 16. Aug. die bei Vionville und Mars-la-Tour wahrgenommenen feindlichen Streitkräfte anzugreifen, und führte diesen Entschluß erfolgreich durch, sodaß das Heacht liche Heer westlich von Metz zum Stehen gebracht wurde. Im weitern Verlaufe des Kriegs war A. an der Schlacht von Gravelotte und der Cernierung von Metz beteiligt und führte nach der Kapitulation von Metz sein Korps gegen die Loire-Armee. Während des Winterfeldzugs 1870/71 nahm er an den Schlachten von Beaune-la-Rolande, Orléans, Vendöme und bei Le Mans in hervorragender Weise Anteil. Am 22. März 1873 erfolgte seine Ernennung zum General der Infanterie, 2 Wur er infolge wiederholten Nachsuchens seiner Verabschiedung zur Disposition gestellt wurde. Seit 1. Sept. 1873 führt das ehemalige Fort Plappeville von Metz seinen Namen.