Alberti (Leone Battista), ein vielseitiger ital. Künstler und Gelehrter, geb. 18. Febr. 1404 zu Genua, stammte aus einer angesehenen florentiner Familie und studierte zunächst die Rechte. Die alten Sprachen trieb er mit solchem Erfolge, daß eine angeblich von ihm verfaßte Komödie Philodoxioso als ein Werk des röm. Altertums galt. Auch wissenschaftliche Werke, namentlich moralphilos. Inhalts, verfaßte A. in lat. und ital. Sprache. In der Musik brachte er es schon früh dahin, daß er zu den besten Organisten seiner Zeit gezählt wurde. Ebenso ausgezeichnet war er in der Malerei. Er erfand die perspektivisch-optischen Gemälde, und ein von ihm hierüber geschriebenes Werk De pictura (Bas. 1540) ist mehrfach aufgelegt worden. Seinen eigentlichen Beruf aber fand er in der Architektur. Indem er sich eifrig dem Studium antiker Bauwerke hingab, war er bestrebt, den klassischen Stil derselben wieder in das Leben einzuführen. A. starb zu Rom im April 1472. Unter seine bedeutendsten Bauwerke in Florenz gehören die Fagade des Palastes Rucellai, der Palast auf der Straße della Scala sowie auch der in Form einer Rotunde errichtete Chor und die Tribüne in der Kirche dell' Annunziata. In Mantua erbaute er die Kirche Sant'⸗Andrea und in Rimini die des San-Francesco. Ebenso bedeutend ist sein theoretisches Werk: De re aedificatoria (Flor. 1485; Straßb. 1541; ital., Vened. 1546). Auch die stilistisch vorzügliche Abhandlung HDel governo della famigliah ist von A. verfaßt. Bonucci gab die 4Opere volgari di A.5 (5 Bde., Flor. 1843—49) heraus. Vgl. Niccolini, Elogio di A. (Flor. 1844); Passerini, „Gli A. di Firenzes (2 Bde., Flor. 1869 —70).