FeedAlbertinelli (Mariotto)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Albertinelli (Mariotto), ausgezeichneter Maler, geb. 13. Okt. 1474 zu Florenz, Zögling Rosellis, Freund, Mitschüler und Nachahmer I Bartolommeos. Beider Manier ist sehr ähn hdoch verhält sich A. zu dem Vorbilde wie das Weibliche zum Männlichen, da A. nicht bloß milder und anmutiger als sein Vorbild ist, sondern auch mehr detailliert vorträgt als Bartolommeo; oft arbeiteten sie auch zusammen. So ist die im berliner Museum wann 4 Baridtoum der Maria von beiden verfertigt; Fra Bartolommeos Jüngstes Gericht wurde von A. vollendet. Es befindet sich von ihm ein ausgezeichnetes Bild in der Galerie der Ufficien zu Florenz, welches die Heimsuchung der Maria und Elisabeth vorstellt, eine einfache und großartige Anordnung, treffliche Zeichnung zeigt und besonders hinsichtlich des warmen Kolorits ein Meisterstück ist. Man hat einen guten Stich desselben von V. della Bruna. Andere, zum Teil sehr anmutige Bilder besitzt die Akademie zu Florenz. In der münchener Pinakothek befindet sich von seiner Hand ein kleines Gemälde auf Holz, die Beschneidung im Tempel; auf dem Monte-Cavallo in Rom eine Mutter Gottes mit dem heil. Domenico; in St.⸗Sylvester daselbst eine heil. Katharina; im Louvre eine Maria mit dem Kinde, aus seiner frühern Zeit. Viterbo und Rom besitzen auch einige Freskogemälde von ihm; Florenz hat in seiner Certosa ein treffliches Kruzisix mit Engeln aus dem J. 1506, das Belvedere in Wien ein großes, außerordentlich zart durchgeführtes Tafelbild: Vermählung der heil. Katharina, von 1510. A.s Figuren, besonders die weiblichen, sind von großem Liebreiz und mildem Ausdruck. Er starb 5. Nov. 1515 zu Florenz.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 338Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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