Albrecht (Friedr. Wilh. Nikol.), Prinz von Preußen, Sohn des vorigen, geb. 8. Mai 1837, trat 1847 als Secondelieutenant bei dem 1. Garderegiment zu Fuß in die preuß. Armee, wurde 1859 als Rittmeister à la suite zum Garde-Dragonerregiment versetzt, 1861 Oberst und 1863 Kommandeur des 1. Garde-Dragonerregiments. In dieser Stellung wohnte er 1864 dem Feldzuge in Schleswig im Hauptquartier des Prinzen Friedrich Karl bei. Im J. 1865 zum Generalmajor befördert, erhielt er im April 1866 das Kommando der 1. Garde-Kavalleriebrigade, beim Beginn des Deutschen Kriegs im Juni 1866 aber das Kommando der 1. schweren Kavalleriebrigade der Ersten preuß. Armee, wurde indes bald nach Eröffnung der Feindseligkeiten mit seiner Brigade zur Zweiten Armee abkommandiert, nahm teil an den Kämpfen bei Skalitz, Schweinschädel und Königgrätz und übernahm nach dem Frieden das Kommando der 2. Garde-Kavalleriebrigade. Beim Ausbruch des Deutsch-Französischen Kriegs avancierte A. 26. Juli 1870 zum Generallieutenant, behielt aber das Kommando der 2. Garde-Kavalleriebrigade bei, nahm mit derselben, anfangs der Zweiten deutschen Armee zugeteilt, 18. Aug. an der Schlacht von Gravelotte — St.⸗Privat, dann, der Vierten Armee zugeteilt, 1. Sept. an der Schlacht von Sedan und im September an der Einschließung von Paris teil. Ende September übernahm der Prinz den Befehl über eine mobile Kolonne, welche zur Deckung des vor Paris stehenden Heers gegen die von Norden her andringenden Scharen utsendet wurde. Ende Dezember stieß er mit derselben zur Ersten Armee (unter General von Manteuffel), folgte dann im Verein mit dem 8. Armeekorps und der 3. Kavalleriedivision dem franz. General Faidherbe, nahm mit seiner durch Infanterie und Artillerie verstärkten Kolonne 2. und 3. Jan. 1871 an den Kämpfen bei Bapaume theil, führte danach die 3. Reservedivision und focht an der Spitze derselben 19. Jan. mit Aus-Dus Kom bei Amiens. Nach dem Frieden erhielt er as Kommando über die 20. Division (Hannover), wurde 1874 zum kommandierenden General des 10. Armeecorps ernannt und 1875 General der Kavallerie. A. ist vermählt seit 19. April 1873 mit Prinzessin Marie, Tochter des Herzogs Ernst von Sachsen-Altenburg; dieser Ehe entsprossen drei Söhne (Friedrich Heinrich, geb. 15. Juli 1874 Joachim Albrecht, geb. 27. Sept. 1876, un Friedrich Wilhelm, geb. 12. Juli 1880). burg, einer der vorzüglichsten Farsten seiner Zeit, geb. um 1100 zu Ballenstädt, Nachfolger und Sohn Ottos des Reichen Hi von Ballenstädt und Aschersleben, und der Ei ika, der ältesten Tochter des Herzogs Magnus von Sachsen, Les letzten Billungers. Zu dem reichen Hausbesitz und den Grafschaften, welche der Vater 1123 hinterließ, erhielt er 1125 vom Kaiser Lothar II. die Lausitz als Reichslehn. Obgleich Lothars treuester Bundesgenosse, übertrug derselbe dennoch das Herzogtum Sachsen, —— welches A. als Sohn der ältesten Tochter des letzten Herzogs Anspruch hatte, 1127 seinem Schwiegersohn, dem Herzog Heinrich dem Stolzen von Bayern, und 1131 ward A. auch die Lausitz wieder abgenommen. Er blieb dennoch dem Kaiser treu und begleitete ihn auf dem Römer uge, wofür der Kaiser 1134 ihn zum Markgrafen in der Nordmark bestellte. Von hier aus machte A. im Havellande und in der Priegnitz große Eroberungen und erweiterte diese durch freundliche Beziehungen zu Pribizlaw, dem Fürsten von Brandenburg, der A.s Sohne Otto die Landschaft Zauche als Patengeschenk gab und ihn selbst zum Erben einsetzte. Nachdem Konrad III. 1138 zum Kaiser gewählt und Heinrich der Stolze in die Acht erklärt worden, kam das Herzogtum Sachsen an A. Doch als Heinrich bald die Oberhand wieder gewann, mußte A. weichen und kämpfte nach dem Tode Heinrichs auch gegen dessen Sohn Heinrich den Löwen, jedoch so unglücklich, daß er zum Kaiser seine Zuflucht nahm, der 1142 den Frieden vermittelte. Das Herzogtum Sachsen ging ihm freilich verloren, doch erhielt er als Entschädigung orlamündische Güter und vielleicht auch das Erzkämmereramt, welches seitdem an der Mark haftete. A. kämpfte nun aufs neue gegen die Wenden und besetzte nach Pribizlaws Tod 1150 auch Brandenburg, nach welchem er 30 jetzt Markgraf von Brandenburg nannte und wohin er von Stendal seinen unde de verlegte. Ein großer Aufstand der Wenden unter dem Fürsten Jazko von Köpenik, der sich auch Brandenburgs bemächtigte, endete 1157 mit der Wiedereroberung dieser Hand und der völligen Unterwerfung des Wendenlandes. In die verödeten Striche berief A. Ansiedler vom Rhein, Holländer und Flamänder, die sich an der Elbe, Havel und Spree niederließen und Städte (Berlin, Cölln an der Spree, Aken u. s. w.) gründeten. Deutsche Adelige und Geistliche, die zahlreich einwanderten, in erster Linie die fleißigen Cisterciensermönche, förderten rasch die Germanisierung des Landes. Nachdem er 1159 mit seiner Gemahlin eine Wallfahrt nach Palästina unternommen hatte, wandte er 1166, in Verbindung mit den mächtigsten norddeutschen Fürsten, seine Waffen noch einmal gegen Heinrich den Löwen, war aber im Kampfe nicht glücklich. A. starb 18.Nov. 1170zu Ballenstädt mit Hinterlassung von zwei Töchtern und sieben Söhnen, von denen Otto die Mark Brandenburg, Bernhard Anhalt und Hermann die orlamündischen Güter erbte. Vgl. O. von Heinemann, «A. der Bäro (Darmst. 1864).