FeedAlvensleben (Gust. von)
GeschichteBrockhaus 1882

Alvensleben (Gust. von), preuß. General der Infanterie, geb. 30. Sept. 1803 zu Eichenbarleben im Kreise Wolmirstädt der preuß. Provinz Sachsen, wurde im Kadettenkorps erzogen, trat 1821 als Offizier in das Kaiser-Alexander-Garde-Grenadierregiment, wurde 1841 Hauptmann und 1847 unter Versetzung in den Großen Generalstab Major; 1848 trat er zum Generalstabe des 7. Armeekorps über, wurde 1849 Chef des Stabes beim Kommando des mobilen Armeekorps in Baden und verblieb in dieser Stellung während des pfälzisch-bad. Feldzugs. Im J. 1850 wurde A. mit der Generaltabache Wahrnehmung der Funktion als Generalstabschef des 8. Armeekorps beauftragt und im Jan. 1852 definitiv mit dieser Stelle betraut. Im folgenden Jahre fand seine Beförderung zum Oberstlieutenant statt; 1854 wurde er zum Generalstabschef beim Militärgouvernement der Rheinprovinz und Westfalens ernannt und dadurch, wie schon früher während des Feldzugs in Baden, abermals dem Prinzen von Prenßen unmittelbar unterstellt. Nachdem A. 1855 zum Oberst avanciert war, erhielt er 1858 den Rang eines Brigadekommandeurs, wurde zur Dienstleistung beim Prinzen von Preußen kommandiert und dann zum Generalmajor befördert. Bereits 1861 aber zum Generaladjutanten des Königs und 1863 zum Generallieutenant ernannt, wohnte er dem Feldzuge 1866 im Großen Hauptquartier des Königs bei, übernahm 30. Okt. das Kommando des 4. Armeekorps und wurde 1868 General der Infanterie. Im Deuts chen Kriege von 1870/71 führte A. das 4. Armeekorps und nahm an den Schlachten von Beaumont und Sedan sowie an den Kämen vor Paris in hervorragender Weise Anteil. m 10. Okt. 1872 wurde er auf wiederholte Nachsuchung seines Abschieds zur Disposition gestellt. A. starb 30. Deu 1881 zu Gernrode am Harz.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 511Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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