FeedAlfons V.
GeschichteBrockhaus 1882

Alfons V., König von Aragonien (als König von Negpel und Sicilien A. I.), 1416—58, folgte seinem Vater Ferdinand dem Gerechten und erwarb sich den Namen des Großmütigen, indem er bei seinem Regierungsantritte eine Liste der ihm feindlich gewesenen Großen ungelesen zerriß. Im J.1420 griff er Corsica an, eilte aber 1421 nach Neapel, als ihn dessen Königin Johanna II., die in ihm einen Beschützer gegen Ludwig von Anjou suchte, dorthin einlud und zum Erben einsetzte. Da er aber ihren ihm feindlichen Liebling Caraccioli in Haft nahm (1423), erklärte sie sich für Ludwig von Anjou. Nun ward der Kampf offen geführt. A. konnte jedoch, durch Händel mit Castilien abgezogen, erst nach Johannas Tode (1435) mit Kraft auftreten. Bei der Belagerung von Gaéta wurde er durch die Genuesen geschlagen und gefangen, durch Philipp Maria, Herzog von Mailand, aber wieder in Freiheit gesetzt. Nach wechselnden Kämpfen blieb er seit 1443 im unbestrittenen Besitz Neapels. Er starb während der Belagerung von Genua 27. Juni 1458. Sein Bruder Johann II., König von Navarra, folgte ihm in seinen Erbstaaten, während sein vom Papste legitimierter Sohn Ferdinand Neapel erhielt. A. hat sich durch Aufnahme der aus Konstantinopel vertriebenen griech. Gelehrten verdient gemacht.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 396Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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