Albret, franz. Adelsgeschlecht, während des 15. Jahrh. im Süden Frankreichs reich begütert, dur ermählung Johann von A.s mit der Erbin von Navarra, Katharina von Poix (1484), im Besitz der Krone dieses Landes. Doch hatte gerade infolge dieser Heirat, welche ein Triumph der franz. Politik war, die Selbständigkeit des 700jährigen Pyrenäenreichs bald ein Ende. Indem sich der kleine Staat an Frankreich kettete, erfuhr er die Feindschaft Spaniens. Ferdinand der Katholische entriß 1512 mit Papst, Kaiser, England und Venedig gegen Frankreich verbündet, dem König Johann ganz Obernavarra, das mit Spanien vereinigt ward, nachdem ein anfänglich glücklicher Einfall des vertriebenen Königs und seiner franz. Freunde 1515 vor Pamplona gescheitert war. — Auch die spätern Versuche des Sohnes Johanns, Heinrich von A.s, das Verlorene wieder zu erlangen, blieben vergeblich (Krieg von 1521). Heinrich teilte die Gefangenschaft König Franz' I. nach der Schlacht von Pavia. Aus seiner Ehe mit Margareta von Valois (s. d.) entsprang Johanna von A., welche der calvinischen Lehre die treueste und hochbegeisterte Förderin und Vorkämpferin wurde. Sie war vermählt mit Anton von Bourbon, der so die reichen Güter seines Hauses mit der Königswürde von Navarra und dem Rest des alten Reichs, Niedernavarra und Béarn, vereinigte. Von seiner Gemahlin im „Hahre Glauben unterwiesen und in den sechziger Jahren des 16. Jahrh. Vorkämpfer der Tüte Glanben Partei, zeigte er doch bei weitem nicht die Glaubensfestigkeit Johannas, sondern ließ sich von Katharina von Medici mehr und Feltgewinnen und trat schließlich offen zur kath. Religion und zum Bunde mit den Guises über. Er starb 1562 bei der Belagerung von Rouen. Seine Gemahlin war dagegen die Seele der reform. Partei, an deren Spitze sie nach dem Tode ihres Schwagers, des ältern Condé, in der Schlacht von Jarnac (Maärz 1569) ihren — Heinrich, den spätern König Heinrich IV. von Frankreich, stellte. Wie ihre Freunde schloß auch sie mit der Hofpartei den Frieden zu St.⸗Germain (1570). Zu der projektierten Hochzeit ihres Sohnes mit Margareta von Valois (s. Margareta von Frankreich) kam sie nach Paris, erlag hier aber einer raschen ue HWlutam 4. Juni 1572, wenige Wochen vor der Bluthochzeit, vielleicht an Gift. Vgl. Ruble, Le mariage de Jeanne d'A.v (1877). Rr (Isabella Teotochi, Gräfin d'), ital. Schriftstellerin, geb. 1770 auf Korfu, von griech. Herkunft, lebte nach ihrer Verheiratung mit dem Grafen A. in Venedig, wo sie 27. Sept. 1836 starb. Mit Cicognara (s. d.) hat sie zuerst Canovas Bedeutung erkannt und auf letztern aufmerksam gemacht. Sie schrieb: «Descrizione delle opere di Canova (5 Bde., Pisa 1821—25; deutsch in Canovas Werker von H. de Latouche, 2. Aufl., Stuttg. 1835—36); Ritrattio (Brescia 1807), 17 Essays über hervorragende Zeitgenossen. Eine Sammlung von Briefen von und an die Gräfin d'A. gab Barozzi (Flor. 1872) heraus.