Johanna II., Königin von Neapel 1414—35, war die Tochter Karls III. aus der Linie Durazzo und Nachfolgerin ihres Bruders Ladislaus. Bei ihrer Thronbesteigung 44 J. alt, gedachte sie ihren Liebhaber Pandolf Alopo neben dem von ihr erwählten Gemahl, dem Grafen Jakob von Bourbon, beizubehalten. Bourbon beseitigte zwar den erstern, ließ aber bald J. im Stich und zog heim. Nun versuchte Herzog Ludwig III. von Anjou, gestützt auf das seinem Großvater Ludwig J. von J. I. verliehene Erbrecht, Neapel zu erobern, worauf J. den König Alfons V. von Aragonien herbeirief und 1421 zum Erben ernannte. Er vereitelte auch die Pläne des Anjou; als er jedoch selbständig sich an die Ordnung des zerrütteten Reichs machte und den Liebhaber der Königin, Caraccioli, einsperrte, adoptierte sie aus Rache 1423 den bisher feindlichen Ludwig und es gelang ihr, sich mit dessen Hilfe zu behaupten. Nach Ludwigs Tode setzte sie seinen Bruder René zum Erben ein. Sie starb 1435. Mit J. erlosch das von Karl J. von Anjou begründete Königshaus von Neapel, welches 1443 endgültig unter die Herrschaft der Aragonier kam.