FeedAlgarotti (Francesco, Graf)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Algarotti (Francesco, Graf), ital. Schriftsteller und H— geb. zu Venedig 11. Dez. 1712, studierte zu Venedig, später zu Rom und Bologna, neben den klassischen Sprachen mit Vorliebe Physit und Anatomie und begab sich als 20jähriger Jüngling nach Paris, wo er (1733) seine bereits in Rom ausgearbeitete Schrift Neutonianismo per le donner veröffentlichte, durch die er den Grund zu seinem anf legte. Bis 1739 lebte er bald in Paris, bald in Cirey bei der Marquise Chätelet. Das Studium der franz. Litteratur brachte ihn nicht nur mit den gefeiertsten Namen Frankreichs in Berührung, sondern übte auch großen Einfluß auf Ton und Stil seiner Arbeiten, der sich besonders im Congresso di Citeras zeigt. Auf der Rückkehr von einer Reise nach Rußland lernte er 1739 zu Rheinsberg den nachmaligen König Friedrich II. von Preußen kennen, der ihn nach seiner Thronbesteigung zu sich rief, in den Grafenstand erhob und 1747 zum Kammerherrn ernannte. Nicht minder schätzte ihn König August III. von Polen, welcher ihm den Charakter eines Geheimrats beilegte. A. lebte abwechselnd zu Berlin und Dresden, bis er 1754 in sein Vaterland zurückkehrte, wo er anfangs zu Venedig, n. zu Bologna und seit 1762 zu Pisa seinen Wohnsitz nahm. Hier starb er 3. März 1764. Friedrich d. Gr. ließ ihm im Camposanto zu Pisa ein Denkmal errichten. A. besaß umfassende und in mehrern Fächern gründliche Kenntnisse; seine Zeitgenossen gaben viel 91 sein Urteil über Gegenstände der Malerei und Baukunst, und sowohl seine «„Saggi sopra le belle artio (deutsch von Raspe, Kass. 1760), als auch manche Gemälde der dresdener Galerie, deren Ankauf er veranlaßte, beweisen seine Einsicht. Die beste Sammlung seiner Werke erschien in 17 Bänden (Vened. 1791—94). Vgl. Michelessi, Memorie intorno alla vita d'A.9 (Vened. 1770).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 398Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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