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Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Alison, eine schott. Wiaus⸗ die mehrere auch im Auslande berühmte Männer zählt. — Archibald A., geb. in Edinburgh 13. Nov. 1757, erhielt seine Bildung in Glasgow und in Oxford, wurde 1784 als Geistlicher der Episkopalkirche ordiniert, 1790 Pfarrverweser zu Kenley in Shropshire, kehrte aber 1797 als Prediger nach Edinburgh zurück, wo er 17. Mai 1839 starb. Sein Essay on the nature and principles of tastey (Edinb. 1790; 2. Aufl. 1811; deutsch von Heydenreich, 2 Bde., Lpz. 1792) ist zwar als philos. Abhandlung höchst mangelhaft, zeichnet sich indes durch schöne Sprache aus, wie auch seine (Sermonsy (2 Bde., Edinb. 1814). — Sir Archibald A., Sohn des vorigen, wurde 29. Dez. 1792 zu Kenley geboren und in Edinburgh erzogen. Er studierte daselbst die Rechtswissenschaft, wurde 1814 Advokat und besuchte während der Anwesenheit der Verbündeten Paris. Diesem ersten Ausfluge, den er in Travels in France (Edinb. 1816) schilderte, folgten größere Reisen in alle Teile des Kontinents. Inzwischen erwarb sich A. als Jurist durch die „Principles of the criminal law of Scotland o (Edinb. 1832) und Practice of the criminal lawy (Edinb. 1833), welche zu Handbüchern für die schott. Barre geworden sind, einen geachteten Namen, war von 1822 bis zur Auflösung des Ministeriums Wellington 1830 stellvertretender Kronanwalt (Advocate Deputy) beim höchsten Gerichtshof in Edinburgh und wurde 1834 Sheriff von Lanarkshire. Durch die 4History of Europe from the commencement of the French Revolution to the restoration of the Bourbonso (zuerst Edinb. 1833—42, 10 Bde.; 10. Aufl., 14 Bde., Edinb. u. Lond. 1861), begründete er seinen Ruf auch im Auslande. Das Werk wurde nicht nur ins Französische und Deutsche (von Meyer, 6 Bde., Lpz. 1842—46), sondern selbst in das Hindostani und Arabische (Malta 1845) übertragen. A. bekämpft in demselben als strenger und konsequenter Tory alle demokratischen Reformen als eine verderbliche Frucht des revolutionären Geistes. Von denselben Grundsätzen ausalbever besprach er in Blackwood's Magazine alle hervorragenden Ereignisse der Tagesgeschichte sowie die wichtigsten nationalökonomischen Fra-R der Zeit. Gesammelt ist eine Auswahl dieser rbeiten unter dem Titel Essaysv (3 Bde., Edinb. 1850) erschienen. Außerdem verfaßte A.: Principles of population (1841), in denen er die Malthussche Theorie bekämpft; England in 1815 and 1845, or a sufficient and contracted currencyo (Edinb. 1845); The life of the Duke of Marlborougho (Edinb. 1847; 3. Aufl. 1855); „History of Europe from the fall of Napoleon to the accession of Louis Napoleono (2. Aufl., 8 Bde., Edinb. 1863 —65), die als Fortsetzung seines Hauptwerks dienen sollte, eine in jeder Beziehung schwächere Kompilation; „Lives of Lord Castlereagh and Sir Charles Stewarto (3 Bde., Edinb. u. Lond. 1862). A. erhielt 1852 die Würde eines Baronet. Er starb 23. Mai 1867 auf seinem Landsitze Posselhouse bei Glasgow. — Ihm folgte in der Baronetswürde sein Sohn Sir Ar2440 ald A., geb. 21. Jan. 1826 in Edinburgh. achdem derselbe in Glasgow und Edinburgh studiert hatte, trat er in die Armee, nahm am Krimfeldzuge teil und begleitete 1857 Lord Clyde, als 5815 während des ind. Aufstandes zum Oberbefehlshaber der engl. Armee in Indien ernannt wurde, als Stabssekretär nach Indien. Am Ende des Feldzugs, in dem er bei dem Entsatz von Lucknow einen Arm verlor, wurde er Oberstlieutenant; 1873 und 1874 nahm er unter Sir Garnet Wolseley als Befehlshaber der europ. Regimenter an dem Feldzuge gegen die Aschantis teil. Von ihm erschien 1869 eine Schrift: On army organisation o5. — William Pulteney A., Bruder des ersten Baronets, war Arzt und Professor der praktischen Medizin in Edinburgh. Wie sein Bruder streng konservativ, genoß er doch wegen seiner gemeinnützigen Bestrebungen auch bei der Gegenpartei Ansehen. Er bekämpfte das bestehende Geldsystem wie die Gesetzgebung über das Armenwesen und empfahl in der „Dissertation on the reclamation of waste lands and their cultivation by crofthusbandryo (Edinb. 1850) die Bewirtschaftung kleiner Güter, die Spatenkultur und die Kolonisation der jetzt wüsten Landstrecken mit Armen, Sträflingen u. dgl. Von seinen mediz. Schriften verdienen „Outlines of physiologyo (3. eAufl., Edinb. 1839) und «Outlines of pathology sand practice of medicinen (Edinb. 1848) Erwäh⸗ »nung. Kränklichkeitshalber legte er 1855 sein Lehramt nieder und starb im Sept. 1859. — Einer andern Familie gehört Alexander A. an, geb. 1812 zu Leith, der robaruge Handelsgeschäfte trieb, seit 1838 aber großartige Eisenwerke in den schott. Grafschaften Lanark und Ayr verwaltete. Nachdem er sich 1844 von den Geschäften zurückgezogen, unternahm er ausgedehnte Reisen durch Europa und Asien, war vielfach litterarisch thätig und „wurde 1861 zum Präsidenten der Church Reformation Society Leitebt welche die Revision der Neununddreißig Artikel (s. Anglikanische Kirche) zum Zwecke hat. Er schrieb u. a. TPhilosophy and history of civilizationo (Lond. 1860), Theé improvement of Societys, The protestant and catholic churches compared and criticisedv.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 420Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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