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GeschichteBrockhaus 1882

Alpenjäger (ital. cacciatori delle Alpi) nannte Garibaldi seine im ital. Kriege von 1859 organisierten Streifscharen, mit welchen er, während die Piemontesen 21. Mai und den folgenden Tagen die OÖsterreicher an der Sesia beschäftigten, in die nördl. Lombardei einbrach. Es waren Freiwillige aus allen Teilen Italiens und auch aus andern Ländern, anfangs mangelhaft bewaffnet und nur mit dem Nötigsten versehen, bald aber besser und für Leichtigkeit der Bewegung sehr praktisch ausgerüstet. Aus ihnen bildete Garibaldi 1860 den Kern seiner Expedition nach Sicilien, 1000 Mann in sieben Compagnien formiert, welche noch denselben Namen A. führten und durch weitern Zuzug allmählich zu einem Heere, der sog. Südarmee, anwuchsen. Sie trugen als Uniform die rote Bluse, welche Garibaldi bereits im Kriege von 1849 mit Vorliebe getragen hatte. Auch Garibaldis Expedition gegen Rom im J. 1862, die bei Aspromonte endigte, war aus diesen A. gebildet. Alpenkalk. Iulik Bezeichnung hat man früher für die außerordentlich mächtigen Kalksteinbildungen der Alpen angewendet, deren geolog. Alter lange Zeit in Dunkel gehüllt war. Erst in neuerer Zeit ist es namentlich den Geologen in Wien, München und der Schweiz gelungen, die Gliederung und wahre Stellung dieser sehr Dei hat alterigen Alpenkalksteine zu erkennen. Dabei hat sich aber ergeben, daß in den Kalksteinketten der Alpen nicht nur die Lagerungsverhältnisse der Schichten oft ganz außerordentlich gestört und überstürzt sind, sondern daß auch der aluinen Stch und ihen in pielen Charakter der alpinen Schichtenreihen in vieler Beziehung von dem in allen nördlichern Gegenden Europas abweicht, wenn sich auch in ihnen gewisse zur Orientierung dienende und in vielen andern Gegenden nachgewiesene Horizonte wiederfinden und eine Parallelisierung der zwischengelagerten Gesteinsmassen ermöglichen. Trotzdem hat man es du nötig gefunden, den einzelnen Abteilungen der alpinen Sedimentärgebilde besondere Benennungen zu geben, welche meist von einzelnen Lokalitäten oder hud. Uuter schen Versteinerungen entlehnt worden sind. Unter diesen sind von den verschiedenen Kalksteinablagerungen der Alpen nin.i 1) aus der Tertiärformation Nummulitenkalk; 2) aus der Kreidetangen⸗, Rudisten⸗(Hippuriten⸗) Kalk; 3) aus der stein⸗, Hallstätter⸗, Virgloriakalk. des Wortes diesenigen Gewächse der Hochgebirge, welche ganz vorzüglich über der Grenze der hochstämmigen Bäume verbreitet sind und sich dort in gleicher Form erhalten, auch wenn sie unter gewissen lokalen Bedingungen unter die Grenze der alpinen Region hinabsteigen. Letztere wechselt natürlich, wenn man hier nur den mächtigen Gebirgszug der europ. Alpen im Auge behält, sehr; sie beträgt z. B. in runden Zahlen in den nördl. Alpenketten im allgemeinen 1787 m, geht aber stellenweise (z. B. in den Bayrischen Alpen) bis 1868 m hinauf, während in den centralen Ketten die obere Grenze des Baumwuchses und mithin die untere der alpinen Flora etwa 1950 m, lokal jedoch auch über 2274 mbeträgt und in den südl. Alpen, z. B. der Dauphiné, zwischen 1690 und 2500mschwankt. Stellen, wo die A. ausnahmsweise tiefer hinabsteigen, sind die Kiesbetten der Alpenflüsse, welche Rhizome und Samen unmittelbar in die Tiefe tragen, ferner die Lawinenzüge und schattigen Schluchten, wo der Schnee lange liegen bleibt und Quellen die Umgebung stark abkühlen, endlich auch die Ufer tief eingesenkter Alpenseen, deren Wasser erkältend auf ihre Ufer wirkt und ihnen namentlich auch die Rude bedn erhält, deren die A. in reichlichem Maße bedürfen. Von letztern Lokalitäten haben einzelne sogar eine gewisse Berühmtheit erlangt: in der Eiskapelle am Königssee ruft nach Sendtners Schilderung eine mächtige herden Miere Lawinenschnee schon bei 840 m über dem Meere einen wahren Garten von A. hervor, in dem die Alpenglöckchen (Soldanella), die zierliche Silberwurz oder Dryade DDryas octopetala), der blaugrüne Steinbrech (Saxifraga caesia), der Alpenhahnenfuß (Ranunculus alpestris) u. a. noch im August blühen. Am Achensee glaubt man sich bei 952 mstellenweise schon in die alpine Region versetzt, denn hier treten (nach Kerners Angaben) mit dichten Gehölzen der Legföhre (Pinus Mughus) schon die Alpenaster (Aster alpinus), die Zwergalpenrose (Rhododendron Chamaecistus) und der gestreifte Kellerhals (Daphne striata) auf, und in den Klammen und an den Wasserfällen jener Gegend geht das Edelweiß (Leontopodium alpinum) bis 958, die Silberwurz sogar bis 700 m abwärts. In der Schweiz dringt an steilen Lhene mit Lawinen und Wasserläufen die rostfarbene Alpenrose (Rhododendron ferrugineum) bis 4-500 m, an den Wasserspiegel der Seen, hinab, und der hochalpine gegenblätterige Steinbrech (Saxitraga oppositifolia) nimmt sich nach Christ auf der Sandfläche des Bodensee-Ufers bei Konstanz (400 m) wohl genau so aus wie am Strande des Polarmeeres. Andererseits darf man sich das Leben der A. aufwärts mit Erreichung der Schneegrenze keineswegs als erloschen denken. Vielmehr lassen sich unter den A. noch verhältnismäßig ufführen, Nivalpflanzen (Schneepflanzen) aufführen, welche vorzugsweise in Höhen über 2762 m, also in Regionen wohnen, die zum * Teile von bleibendem Schnee bedeckt sind. Für die Rhätischen Alpen zählt Heer 105 Arten auf, die sich in diesen Höhen finden, für die Glarner Alpen 24; unter den letztern sind bemerkenswert Campanula cenisia, Soldanella pusilla, Androsace glacialis, Ranunculus glacialis und eine Anzahl Arten der Gattung Saxifraga. hunndere eodulpaß (3333 m) zwischen Matterhorn und der Monte-Rosa-Kette, dem höchsten gangbaren Passe der Alpen, sammelte Martins noch 13 Blütenpflanzen, und auf dem Piz Linard wurden auf der Höhe von 3250 m bis zum Gipfel (3417 m) noch 11 Arten beobachtet. Wo die Blütenpflanzen aufhören, stößt man noch auf steinbewohnende Flechten (Lecidea confluens und andere Arten), die auf der Spitze der Jungfrau wie auf der des Montblane (bei 4520 m) angetroffen wurden, und während jene Pflanzen doch wenigstens auf von Schnee entblößten Stellen und nur auf solchen auftreten, beginnt und vollendet eine mikroskopisch kleine Alge (Protococcus nivalis) auf dem von ihr zart bis gesättigt rosa gefärbten Schnee selbst ihren Lebenslauf. ö;

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 474Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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