Columbia oder span. Colombia hieß (zu Ehren des Entdeckers von Amerika, Christoph Columbus) ein aus dem ehemaligen span. Vizekönigreich Neugranada und der Generalkapitanie Caracas oder Venezuela gebildeter südamerik. Freistaat. Der Staat lag zwischen 12 25 nördl. und 6² 15 südl. Br. und zwischen 60 und 82 westl. L. (von Greenwich) und grenzte im N. an das Karaibische Meer, im O. an den Atlantischen Ocean, im SO. an Brasilien und Britisch-Guaiana, im SW. an Peru und im W. an den Stillen Ocean. Auf einem Flächeninhalt von 2520000 akm zählte C. zur Zeit seiner Auflösung etwa 3 Mill. E., außer 200000 Indianern. Die Republik, deren Bundeshauptstadt Bogotä, war in 12 Departements eingeteilt, nämlich Apure, Assuay, Boyaca, Cauca, Cundinamarca, Ccuador, Guayaquil, Magdalena, Orinoco, Panama, Venezuela und Zulia. Sie verdankte ihren Ursprung dem Kampfe des nördl. Südamerika gegen Spanien und wurde 1819 zuerst von Bolivar proklamiert. Der Kongreß von C. trat im Jan. 1821 in Cucuta zusammen und veröffentlichte 30. Aug. desselben Jahres die Konstitution der Republik, die sich jedoch nur zehn Jahre hielt, indem sie sich ein Jahr nach dem Tode Bolivars (Nov. 1831) auflöste und in die drei unabhängigen Republiken Venezuela, Neugranada (seit 1861 Columbia) und Ecuador teilte.