FeedAlternieren
AllerleiBrockhaus 1882

Alternieren (vom lat. alternus, d. i. einer um den andern) bezeichnet das wechselseitige Ablösen von zweien oder mehrern in irgendeiner Thätigkeit.—Alternierende Fürstenhäuser nannte man in der deutschen 3 Reichurten in Bezug auf das Direktorium des Reichsfürstenrats Ssterreich und Salzburg und in Betreff des Abstimmungsturnus im Reichsfürstenrate die Häuser Pommern, Mecklenburg, Württemberg, Fu en, Baden und Holstein. — Alternierende Funktionen (fonctions alternées) sind solche Funktionen von zwei oder mehrern veränderlichen Größen, welche bei der Vertauschung zweier darin vorkommenden veränderlichen ten We nur ihr Vorzeichen, nicht aber ihren absoluten Wert verändern (während die symmetrischen Funktionen in diesem Falle nicht nur diesen, sondern auch jenes beibehalten); sin y u. s. w. Altersschwäche. Die Zeit der höchsten körperlichen Entwickelung und Tüchtigkeit pflegt beim Manne in der Mitte der vierziger Jahre, beim Weibe schon früher einer allmählichen aber stätigen Abnahme der Kräfte, der Ausdauer und Widerstandsfähigkeit Platz zu machen. hen in beginnt schon eigentlich die mit den Jahren immer mehr zunehmende A., wenngleich sie sich im An-Dent noch nicht durch eigentliche en i sonern nur durch leichtere Erschöpfung bei Anstrengungen, größere Empfindlichkeit gegen schädliche Einflüsse, geringere Energie aller Funktionen, langsamere Erholung von Krankheiten verrät. Die Anderungen im Organismus, welche die A. bedingen, beruhen hauptsächlich auf der geminderten Lebendigkeit des Stoffwechsels. Die Ernährung nimmt im allgemeinen ab, d. h. das Verbrauchte wird minder rasch ersetzt, die Gewebe der Aftteerer Organe werden dadurch schlaffer oder saftleerer, zäher, trockener, an Umfang kleiner. So wird die Haut dünner und, indem die Sekretion der Schweiß- und Talgdrüsen abnimmt, trockner. Das Fettgewebe schwindet, die Glieder verlieren ihre Rundung, die Hautdecke läßt sich 4 Muain Falten abheben. Die schlaffer werdende Muskulatur kann den Körper nicht mehr in der frühern Straffheit aufrecht erhalten, die Bewegungen nicht mehr wie sonst mit voller Kraft und Sicherheit ausführen. Der Brustkasten wird minder ausgiebig bewegt, teils wegen der Schwäche der Muskeln, teils infolge der Verknöcherung der Rippenknorpel, welche die Erweiterung des Brustkastens hemmen. Die Lungen enthalten mehr oder weniger schwarzes Pigment, das sich im Laufe der Zeit aus der At-Aungenbla niedergeschlagen hat. Die Wände der Lungenbläschen werden dünner und schwinden stellenweise samt ihren Gefäßen vollständig (Emphysem der Greise). Durch alle diese Verhältnisse wird die Atmung weniger ausgiebig, der Gaswechsel des Blutes verlangsamt. Die Knochen werden spröder, . Plante und verlieren an Volumen und Gewicht, platte Knochen werden oft papierdünn. Der Knorpel verliert seine Elastizität, verkalkt an einzelnen Stellen und geht an den Gelenkenden der Knochen durch Abschleifung nicht selten ganz zu Grunde. Ein Teil der feinsten Aderchen, die vom Blute durchströmt werden und die Ernährung der umliegenden Gewebe vermitteln, schließt sich, wodurch die Zufuhr der nötigen Blutflüssigkeit vermindert wird. Die innere und mittlere Haut der größern, namentlich arteriellen Gefäße erkrankt in eigentümlicher Weise (s. Atherom) und bedingt hierdurch mancherlei Kreislaufsstörungen. Die allgemeine Abnahme der Organe an Substanz durch mangelhafte Ernährung (Atrophie) erstreckt sich auch auf das Gehirn. Dasselbe nimmt an Masse ab, die Wassermenge in seinen Höhlen wird größer, die 2•bdf Thätigkeiten sinken; daher die Vergeßlichkeit, Blödsinnigkeit und das kindische Wesen im höhern und höchsen Alter als eins der charakteristischen Zeichen des arasmus, d. h. der durch Altersschwund bedingten Erschöpfung sämtlicher Funktionen. Auch die Sinnesorgane zeigen verschiedene Grade der Atrophie; am Rande der Hornhaut findet sich häufig infolge fettiger Entartung der Hornhautzellen eine ringförmige graugelbliche Trübung (der sog. Wnuiafuche A s. d.). Die Verdauung wird auf mannigfache Weise beeinträchtigt, teils durch den Verlust der Zähne, teils durch die abnehmende Funktionierung der Verdauungsdrüsen; die Resorption der Nahrungsbeie im Darme wird geringer. Durch das Sinken es gesamten Stoffwechsels wird auch die Wärmeerzeugung geringer, die Kälte wird demnach weni⸗ —* leicht ertragen und führt — 7 zu Erkältungen. angel an guter Nahrung wirkt nachteiliger, weil der Körper nicht aus eigenen Mitteln erdant kann und Auneit dordert lan nicht mehr verdaut wird. Jede Arbeit fordert längere Ruhe, weil der trägere Stoffwechsel das Verbrauchte langsamer ersetzt. Die Krankheiten ändern entsprechend ihren Charakter: schnell und stürmisch verlaufende Leiden sind seltener, schleichende Übel häufiger. Hrtliche Störungen verlaufen unter geringerer Teilnahme des Gesamtorganismus, als in den Blütejahren. Die Genesung ist schwieriger und langsamer. — über die Lebensweise des Alters s. Diät.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 494Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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