FeedAltes Testament
ReligionBrockhaus 1882

Altes Testament, Alter Bund, heißt die Sammlung der ursprünglich in hebr. und aramäischer Sprache abgefaßten Schriften, welche die Nationallitteratur des Volkes Israel bildeten und bald, sowohl bei den e, als auch von Christus und in der christl. Kirche, als heilig und inspiriert angesehen und für den Glauben maßgebend betrachtet wurden. (S. Kanon.) Dieser Sammlung sind gewöhnlich die Apokryphen (s. d.) des Alten Testaments beigegeben. Insofern das Neue Testament stets auf das Alte Testament zurückgeht und Christus ausdrücklich versichert, nicht gekommen zu sein, um das Gesetz und die Propheten zu lösen, sondern um sie zu erfüllen (Matth. 5, 17), so bedienten schon die ältesten Christen sich des Alten Testaments als eines heiligen Buchs. (S. Bibel.) „Alte Welt nennt man in räumlicher Hinsicht die seit dem Beginn der 4. Zeiten bekannten drei Weltteile Asien, Afrika und Europa, im Gegensatze zu den beiden erst später entdeckten Amerika und Australien, die man darum als die Neue Welt bezeichnet. In Beziehung auf Zeit versteht man unter den Völkern der Alten Welt diejenigen Nationen, die in Asien, Afrika und Europa vor dem Erscheinen des Christentums auftraten. Man spricht so von einer Geschichte, einer Geographie, einem Atlas u. s. w. der Alten Welt. Zuweilen begreift man auch unter dem Ausdrucke Alte Welt das gesamte Kulturleben jener alten Völker, im Gegensatze zu der neuen Kultur oder Neuen Welt, die sich mit dem Auftreten des Christentums und der germ. Völker entwickelte.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 494Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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