Amäri (Michele), hervorragender ital. Staatsmann und Geschichtschreiber, geb. 7. Juli 1806 zu Palermo, widmete sich frühzeitig dem Studium der Geschichte Siciliens, als dessen Frucht 1834 das Werk: «Fondazione della Monarchia dei Normanni in Sicilias erschien. Bald darauf siedelte A. als Justizbeamter nach Neapel über. Sein Hauptwerk La guerra del Vespro Sicilianop (2 Bde., Palermo 1841; 8. Aufl., Flor. 1876; deutsch von Schröder, 2 Bde., Ipz. 1851) war von polit.⸗patriotischer Bedeutung und wurde von der Regierung verboten, worauf A. nach Paris flüchtete. Die Revolution von 1848 führte ihn in sein Vaterland zurück, wo er im März zunächst Mitglied des Parlaments, später Randter nach 2 wurde. Im August ging A. als Gesandter nach Paris, um bei der republikanischen Regierung Unterstützung für Sicilien zu vermitteln. Mit Versprechungen kehrte er 22. April 1849 nach Palermo zurück, verließ aber schon nach acht Tagen diese Stadt wieder, um in Paris seine Studien fortzusetzen. Als Frucht derselben veröffentlichte A. sein zweites Hauptwerk, die «Storia dei Musulmanni di Siciliao (4 Bde., Flor. 1853 —73). Eine umfassende Sammlung von Quellenschriften zur Geschichte der moslem. Herrschaft in Sicilien hat A. in der «Biblioteca Krabo-Siculas (Abteil. 1—3, Lpz. 1855 —- 57; Appendice 1875) geliefert. Ferner veröffentlichte er „Diplomi arabi del Regio Archivio Eiorentino (Flor. 1863; Appendice 1867) und «Traduzione delle Bibliotheca Arabo-Sicula o (8 Bde., Tur. u. Rom 1880—81). Nachdem Garibaldi im Sommer 1859 die ersten Erfolge in Sicilien errungen, eilte A. wieder nach seiner Heimatsinsel, wo er unter der Diktatur Garibaldis im Aug. 1859 das Ministerium des Auswärtigen übernahm. Nach der Konstituierung des Königreichs Italien zum Senator ernannt, erhielt er im Dez. 1862 an Matteuccis Stelle das Portefeuille des öffentlichen Unterrichts, in welchem Amte er bis 1864 mit Erfolg für die Durchführung der von seinen Vorgängern angebahnten Reformen wirkte. Später wurde A. zum Mitglied des Oberstudienrats und zum Honorarprofessor am Studieninstitut zu Florenz ernannt, an dem er seit 1859 als Lehrer der arabischen Sprache und Litteratur gewirkt hatte.