FeedAmäti
MusikBrockhaus 1882

Amäti, eine ital. Familie von Geigenbauern aus Cremona, deren Instrumente noch jetzt mit sehr Ama Preisen bezahlt werden. Besonders sind die mati-Violinen ihres lieblichen, reinen, zarten, nicht sehr starken Tons wegen bei Dilettanten beliebt; die Instrumente sind klein, gefällig abgerundet, oben und unten hoch gewölbt, weshalb ihnen Breite und Sonorität des Klanges mangelt. Der Gründer der Fabrik Cremoneser Geigen (gewöhnlich nur Amativ genannt) war Andrea A., der aus einer alten vornehmen Familie Cremonas stammte und daselbst um die Mitte des 16. At.v lebte. Seine Söhne Antonio (geb. 1550, gest. um 1620) und Hieronymus (Geronimo, —5 1638) setzten das Geschäft Beriumthe fort und erhoben es zu noch größerer erühmtheit. Aus ihrer Werkstatt ging die berühmte, noch jetzt existierende Geige hervor, welche für Heinrich IV. bestimmt war und die Jahreszahl 1595 trägt. Hieronymus' Sohn Nicolo (geb. 8. Sept. 1596, gest. 12. Aug. 1684), das bedeutendste Glied der Familie, brachte nicht nur die Gestalt und die Klangfähigkeit der Cremoneser Geigen zur höchsten Vollkommenheit, sondern erwarb sich noch als der Lehrmeister des Stradivari (s. d.) noch ein besonderes Verdienst um die Kunst. Dagegen war sein Sohn und Nachfolger Hieronymus als Geigenbauer so unbedeutend, daß das glänzende Geschäft der A. mit ihm ein unrühmliches Ende nahm. Vgl. Wasielewski, Die Violine und ihre Meisters (Lpz. 1869).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 523Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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