FeedAmblyopie (grch.)
ReligionBrockhaus 1882

Amblyopie (grch.), Blöd⸗ oder Schwachsichtigkeit, s. Sehschwäche. mbo (von negelvety, hinaufsteigen, suggestus, pulpitum), die Kanzel der ältern christl. Kirche. Ursprünglich wurden Vorlesungen und Vermahnungen vom Chore aus gehalten, und zwar entweder vom Hauptaltar oder vom Bischofssitze. Als die höhere Geistlichkeit aber anfing, von goturücereteen Verrichtungen sich mehr und mehr zurückzuziehen und diese den Diakonen zu übertragen, wurden die öffentlichen Vorträge in den Raum verlegt, der vom Chore aus in länglichem Viereck, von Schranken umgeben, sich in das Schiff der Kirche erstreckte und für die niedere Geistlichkeit bestimmt war. Über der Mitte der Langseiten dieser Schranken erhoben sich durch Treppen zugänglich gemachte erhöhte Anlagen für Vorleser und Redner, und zwar eine an der Nordseite für das Vorlesen und Erklären der Evangelien und eine an der Südseite für die Episteln. Ein interessantes Beispiel ist in der Kirche San-Clemente zu Rom noch erhalten. Diese Ambonen spielten bald bei Ausschmückung der Kirchen eine wichtige Rolle und wurden prächtig bekleidet, anfänglich mit Mosaik, später mit Schnitzwerk. Das Wachsen der Gemeinden verdrängte den genannten Raum und veranlaßte, daß die beiden Ambonen in unsere heutige Kanzel (s. d.) zusammengezogen wurden. ö mboina (malaiisch Ambon), Insel des Molukkischen Archipels in Hinterindien, unter 3 41. südl. Br. und 128 107 östl. L. (von Greenwich) elegen, seit w1866 Hauptinsel und Sitz der Behörde der niederländ. Residentschaft A., welche außer der genannten aus den Inseln Haruku oder Oma, Saparua oder Honimoa, Nusa Laüt, Buru, Manipa, achwel⸗ Bonoa, Amblauw, Ceram, dem Banda-Archipel, den Gruppen der Südost⸗ und Südwest⸗, der Aru⸗, Kei⸗, der Tenimber oder Timor Laũt und der Babber-Inseln besteht. Die Residentschaft hat ein Areal von 48980 àkm. mit (1879) 270483 E., nämlich 268 101 Eingeborene hauptsächlich malaiischer Rasse, aber auch Papuas, 1635 Europäer, 470 Chinesen, 263 Araber und 14 andere fremde Asiaten. Die Insel A. selbst, von 683 qkm mit 31 510 E., wovon ein Drittel Mohammedaner, die übrigen reform. Christen sind, besteht aus einem nördl. größern Teil, Hitu, und aus einem südlichen kleinern, Leitimor genannten Teil. Sie schließen eine breitere äußere und schmalere innere Bai ein, deren Wasser, namentlich in der letztern, so klar ist, daß man, bei 25 m und mehr Tiefe, jede Koralle, jedes auf dem Grunde sich bewegende Tier deutlich erkennen kann. Die beiden Teile werden durch den sog. Paß von Baguela verbunden, einen schmalen, sandigen, kaum Im hohen Isthmus. Sonst ist die Insel gebirgig und an ihrer äußern Seite, wegen der Steilheit und des jähen Abfalls ihres Ufers, an den meisten Stellen für Schiffe unnahbar. Auf Hitu erheben sich der Salhutu bis 1221, der Wawani bis zu 1045 und der Stori bis zu 619 m Meereshöhe. Vulkanisch ist A. nicht, obgleich sie hauptsächlich aus Trachyt r schr⸗ wenn auch HErd ben oot nicht selten sogar sehr verwüstende Erdbeben vorgekommen sind. Ihnen schreibt man zu, daß das Klima dieser Insel, nachdem es lange Zeit vorher zu den gesündesten im Löticch Indischen Archipel gehört hatte, wiederholt plötzlich so ungesund und fieberhaft wurde, daß mehrere Jahre indurch fast kein Europäer daselbst leben konnte. Jetzt ist die Insel wieder vorzugsweise gesund. Die Vegetation auf A. 7 eine überaus schöne und üppige. Ein großer Teil der Insel ist mit dichten Wäldern bestanden, die vortreffliches Bau- und Nutzholz liefern. Besonders häufig sind die Kokos⸗ und die Sagopalme (Metroxylon Rumphii), deren Mark das Hauptnahrungsmittel der Bevölkerung bildet. Kulturpflanzen sind der Gewürznelkenbaum (Caryophyllus aromaticus) und seit neuester Zeit der Muskatnußbaum (Myristica moschata). Der erstere wurde von Ternate eingeführt, indem die Holländer die Anlage und das Unterhalten der Anpflanzungen dieser Bäume zu einer Zwangsarbeit für die Bevölkerung machten, welche den ganzen Ertrag davon en eine verhältnismäßig höchst unbedeutende Bezahlung in die Bertanf de der Regierung abliefern mußte. Der Verkauf davon war ein Monopol der letztern, welches erst 1873 aufgehoben wurde. Von Säugetieren kommen auf A. außer zahlreichen Fledermäusen nur eine Hirschart, eine Viverra (Zibettier), mehrere Mäusearten und Phalangisten (Beutelratten) vor. Die Vögel sind wenig zahlreich. Von wunderbarer Schönheit sind die Insekten, von Conversations-Lexikon. 13. Aufl. I. denen A. einen großen Reichtum an Arten besitzt. Die Bai ist sehr fischreich; zugleich kommt in ihr eine größere Anzahl der schönsten und seltensten Konchylien vor als in irgend einer andern Meeresgegend auf der ganzen Erde. „Die Stadt A. liegt auf der Nordseite von Leitimor am südl. Ufer der äußern Bai. Um zu ihr zu gelangen, führt der Weg durch das Fort Victoria, in welchem sich Kasernen, Offizierswohnungen, einige Militär-und Civilmagazine, die Bureaus der Regierungsbeamten u. s. w. befinden. Die Stadt zählt 9000 E. und enthält eine reform. Kirche aus Holz und Ran Turm, mehrere gute Schulen, ein Justizgebäude, ein Waisenhaus und ein zweckmäßig eingerichtetes, geräumiges Hospital. Die Wohnung des Residenten befindet sich in dem anmutig gelegenen Batu Gadjah, d. h. Elefantenberg. Auf der Reede vor dem Fort finden die größten Schiffe den besten Ankergrund. Sie ist seit 1854 Freihafen. — Um die Mitte des 15. Jahrh. verbreiteten arab. Seefahrer den Islam nach A.; 1511 erschienen daselbst zuerst die Portugiesen unter Antonio d'Abreu. Sie machten sich Pieienben zu Herren sämtlicher Molukken, verloren dieselben aber 1605 an die shaft in d Diese machten A. zum Sitz ihrer Herrschaft in Ostindien, bis derselbe 1619 nach Batavia verlegt wurde. Die Engländer hatten 1796 1801 und 1810 —16 die Insel besetzt, gaben sie aber den Holländern zurück. Muscheln. Tunke, Muschelsauce, s. unter uscheln.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 528Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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