Amok, Amoklaufen (vom javan. Worte amok, d. i. töten), der Ausbruch einer bei den malaiischen Bewohnern des Indischen Archipels endemisch bestehenden Anlage 1—— vorübergehender Wut (Mania transitoria). Vielleicht durch das bei diesen Völkern vorherrschende phlegmatischcholerische Temperament bedingt, entwickelt sich bei ihnen, wenn sie durch Eifersucht, Zorn und andere Affekte in höchste psychische Aufregung geraten, häufig und fast immer ganz plötzlich eine eigentümliche, sich durch Mordsucht charakterisierende, die Teil Asiirdende ganz oder doch zum größten eil ausschließende Geistesstörung. n Malaiischen besteht für diesen Zustand der Ausdruck Mata glab v, d. h. «blindes Auge v». Die von dieser Wut Befallenen ziehen den Kris (Dolch), welchen jeder Malaie stets zur Seite trägt, springen auf und stoßen im Laufe einen jeden, der für sie erreichbar ist, schonungslos nieder. Alle Amokläufer gelten, als im höchsten Grade gefährlich, für vogelfrei, und es ist erlaubt, sie auf der Stelle zu töten. Sie selbst suchen sich den Verfolgern nicht zu entziehen.