FeedAmoy oder Emoy
ErdkundeBrockhaus 1882

Amoy oder Emoy, chines. Hja-mum, eine der 1843 dem Welthandel geöffneten Hafenstädte Chinas, in der Provinz Fu-kien, auf der dem Festlande zugekehrten Seite eines 15 km langen und 11 km breiten Küsteneilandes, der Insel Formosa gegenüber, nördlich von der Mündung des Drachenflusses. Die Insel ist in ihrer Mitte gebirgig und felsig, besitzt aber teils in einigen wellenförmigen Ebenen natürlichen, teils aber an den Abhängen der Berge und auf deren Rücken durch Kunst geschaffenen Kulturboden, welcher Reis, Weizen und Gemüse liefert. Die Stadt — eng, schmutzig, mit ärmlichen Häusern, aber der Wohn sitz vieler reicher Kaufleute und ein sehr wichtiger Handelsplatz. Die Zahl ihrer Einwohner, fruher auf 350000 geschätzt, soll nach neuern Angaben nur 88000 betragen. Der Hafen, oder richtiger die Reede zwischen der Insel und dem Festlande ist gegen alle Winde geschützt und gehört zu den eräumigsten, sichersten und schönsten auf der Erde. Die Ausfuhr besteht aus Thee, Seide, Ziegeln, Schuhen, Schirmen, Eisengerät, Töpferwaren u. s. w. Der Handel mit Europa und Amerika ist noch unbedeutend und bringt Zucker, etwas Thee, Kampfer und Alaun zur Ausfuhr. Der Wert der Einfuhr belief sich 1878 auf 4912000, der der Ausfuhr auf 3517000 Taéls (zu 6 Mark 2 Die Auswanderung geht von A. aus in einem großen Maßstabe vor sich. Die Stadt hat eine ansehnliche und berühmte buddhistische Paode mit einer kolossalen Statue des Fo die jährich zahrh. w. Anbeter herbeizieht. Schon im 17. Jahrh. war infolge der holländ. Handelsverbindungen eine erfolgreiche evang. Mission eingerichtet worden. Doch erst 1844 ließen sich hier Missionäre der londoner Gesellschaft, der engl. Presbyterianer sowie der holländ.⸗reform. Kirche von Nordamerika nieder.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 571Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 4

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6