FeedAmygdalin
NaturlehreBrockhaus 1882

Amygdalin, stickstoffhaltige organische Verbindung, von der Zusammensetzung C0 Ha/ NOI13H2 O, von Robiquet und Boutron-Chalard 1830 entdeckt, später von Liebig und Wöhler genauer studiert. Es kommt vor in den Fruchtkernen vieler Conversations-Lexikon. 13. Aufl. I. Pflanzen aus der Familie der Drupaceen und Amygdalaceen, wie Pflaumen, Kirschen, Apfelkernen, den bittern Mandeln, Pfirsich⸗ und Aprikosenkernen, ferner in den Blättern des Kirschlorbeers, der Traubenkirsche, den jungen Trieben des Vogelbeerbaums. Man stellt es aus den, vom fetten Ole durch Auspressen befreiten, bittern Mandeln durch Extrahieren derselben mit siedendem Alkohol von 90 — 95 Proz. dar. Es krystallisiert aus der alkoholischen Lösung in glänzenden Blättchen, die sich in Wasser leicht lösen und daraus mit Krystallwasser verbunden in kurzen Prismen krystallisieren. Mit einer Emulsion von 1½ Mandeln zusammengebracht, b2l das A. in Bittermandelöl, Blausäure und Zucker. Das A. gehört daher zu der Klasse von organischen Verbindungen, welche die gemeinsame Eigentümlichkeit haben, durch Einwirkung sog. hydrolytischer Fermente in Körper von einfacherer Zusammensetzung, unter denen stets Zucker auftritt, gespalten zu werden und die hiernach als Glukoside bezeichnet werden. Eine gleiche Spaltung findet statt, wenn A. in den menschlichen oder tierischen Organismus gebracht wird, die dabei frei werdende Blausäure oder Cyanwasserstoffsäure ist Ursache der giftigen Wirkungen, welche ein Genuß größerer Mengen von bittern Mandeln hervorzurufen vermag. Die Darstellung des ätherischen Bittermandelöls aus bittern Mandeln, Pfirsichkernen u. dgl. beruht ebenfalls auf der Zersetzung des A.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 593Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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