Ammoniak (Drogue), Ammoniak⸗ Gummi, persisches, ein an des Mül welches durch freiwilliges Eintrocknen des Milchsaftes von Dorema Ammoniacum Don., einer namentlich in den Sandwüsten Persiens wachsenden Umbellifere gewonnen wird; der Ausfluß des Milchsaftes wird teils durch Insektenstiche, teils durch absichtlich herbeigeführte Verletzungen der Pflanze befördert. Im Droguenhandel unterscheidet man zwei Sorten: A. in Thränen oder Körnern, Ammoniacum in lacrymis, s. in granis, s. electum, rundliche, erbsenbis walnußgroße Körner, entweder einer bräunlichen Masse eingesprengt, oder zu einer Masse unregelmäßig zu ammengellebt, außen gelb oder gelbbraun, auf dem Bruche schwach muschelig, bläulichweiß und ettglänzend, in dünnen Splittern durchscheinend, in der Kälte etwas hart, beim Erwärmen erweichend; erzeugt beim Kauen Kratzen im Schlunde, von bitterm Geschmack, eigentümlichem Geruch; mit Wasser zerrieben bildet es eine Emulsion, nur teilweise in Alkohol löslich (Charakteristik der deutschen Pharmakopöe). Nur diese Sorte ist für den pharmaceutischen Gebrauch zulässig. 2) A. in Kuchen, Ammoniacum in massis, s. in placentis, besteht aus weichern, dunklern Massen, in denen Körner eingebettet sind, welche mehr oder weniger mit Sand, Erde, Pflanzenteilen verunreinigt sind. Es wird in der Veterinärpraxis verwendet. Für den pharmaceutischen Gebrauch ist das Körnerammoniak von beigemengten fremden Pflanzenteilen durch Pulvern und Sieben zu befreien. Um es pulvern zu können, setzt man es entweder im Winter anhaltend der Frostkälte aus, wodurch es spröde wird und sich dann im kalten eisernen Mörser in einem kalten Raume zerstoßen läßt, oder man bewahrt es während mehrerer Wochen in einem Behälter, auf dessen Boden sich Stücke von gebranntem Kalk oder Chlorcalcium befinden, wobei es durch allmählich erfolgende Austrocknung ebenfalls spröde wird; das Pulver ist, in Papierbeutel eingeschlossen, über Wasser absorbierenden Substanzen aufzubewahren, um es vor dem Zusammenkleben schtzen. Es enthält etwa 70 Proz. in Alkohol lösliches Harz, 24 Proz. teils in Wasser lösliches, teils quellendes Gummi, 1,2 Proz. ätherisches öl, dem es seinen Geruch verdankt, und Wasser. Das Harz kann durch Extraktion mit Alkohol gewonnen werden; nachdem man den Alkohol hat verdunsten lassen, bleibt es als gelbliche durchsichtige Substanz zurück, die bei 54 schmilzt, sich bei 100 braun färbt, bei höherer Temperatur sich zersetzt, bei der trockenen Destillation ein dünnflüssiges gelbes öl und Brenzcatechin, aber kein Umbelliferon liefert, welches bei den Gummiharzen der sonstigen Umbelliferen regelmäßig auftritt. Die weingeistige Lösung wird durch essigsaures Blei gefällt und gibt auf Zusatz von unterchlorigsaurem Natron sofort eine deutlich rote Färbung, die aber nach einiger Ber verschwindet. Bei der Behandlung mit Salpetersäure liefert das A. Styphnin-C10 HI407. Beim Schmelzen mit Kalihydrat tritt neben andern Zersetzungsprodukten Resor-Von dem persischen A. verschieden ist das afrikanische, welches wahrscheinlich identisch mit dem bereits von Plinius und andern Schriftstellern des Altertums erwähnten Ammoniacum ist. Es stammt von Ferula Tingitana, einer in Nordafrika wachsenden Umbellifere. Es ist hellbraun, weich, zusammengeflossene Körner, von schwächerm Geruch und Geschmack als das persische; findet sich selten im Droguenhandel. mmoniakalaun, s. unter Alaun.