Anderssen (Adolf), berühmter Schachspieler, geb. 6. Juli 1818 zu Breslau, widmete sich an der dortigen Universität dem Studium der Philosophie und der mathem. Wissenschaften, war dann Hilfslehrer der Mathematik am eat Siolpen h. zu Breslau, später Hauslehrer zu Stolpe in Pommern und kam 1851 nach Berlin. Hier fand er verschiedenen anerkannten Meistern gegenüber eine gediegene übung im Schachspiel, deren Erfolge ihn 1851 zu dem großen Schachturnier nach London führten. Nach entscheidendem Gewinn gegen die bedeutenden Schachspieler Kieseritzty und Szen besiegte er den damals im Rufe des ersten Schachmeisters stehenden Engländer Staunton. Aus England zurückgekehrt, wandte er sich wieder nach Breslau und wurde 1852 an dem Friedrichsgymnasium Oberlehrer und Professor. Nachdem A. im Dez. 1858 gegen den Amerikaner Morphy in Paris eine Niederlage erlitten hatte, trug er auf dem zweiten großen Weltturnier der Schachspieler 1862 in London und auf dem Haden internationalen Schachturnier zu Baden-Baden 1870 wieder den ersten Preis, auf dem zur Zeit der Weltausstellung 1873 in Wien gehaltenen internationalen Turnier aber nur den dritten Preis davon. Später beteiligte er sich noch an verschiedenen deutschen Schachturnieren (namentlich zu Leipzig und Frankfurt a. M.) sowie zuletzt an dem internationalen Turnier zu Paris 1878 mit wechselndem Erfolge. Den Höhepunkt seines Lebens bildete die im Sommer 1877 zu Chren seiner 50jährigen Thätigkeit im Schachspiel veranstaltete «Anderssen-Feier o in Leipzig. Er starb 13. März 1879 zu Breslau. A. hat sich durch die Herausgabe von 60 Schachaufgaben, die an tiefen und genialen Wendungen reich sind, ausgezeichnet; auch lieferte er für verschiedene Schachzeitungen interessante Artikel, welche in die theoretische Untersuglnd des Spiels einschlagen. ndersson (Karl . Prov schwed. Reisender, geb. 1827 in der schwed. Provinz Wermland, reiste mit F. Galton 1850 von der Walfischbai aus in die Länder der Damaras und Ovambos, drang 1853 und 1854 allein bis an den Ngamisee vor und kehrte 1855 nach Europa zurück, wo er seine Reise in dem Buche: Lake Ngami or explorations and discoveries during four years' wanderings in the wilds of South Western Africa (2 Bde., Lond. 1855; 2. Aufl. 1856) beschrieb, welches von Thomée nach einem von A. verbesserten und erweiterten Texte ins Schwedische (2 Bde., Stockh. 1856) und hiernach von Lotze (2 Bde., Lpz. 1857 — 58) ins Deutsche übersetzt wurde. Schon im Herbst 1856 ing A. wieder nach Südafrika. Hier war er zuerst ergwerksaufseher am Swakop und drang dann 1858—59 unter großen Schwierigkeiten nordwärts durch das Damaraland bis an den Fluß Okavango vor, an welchem er 22. März 1859 anlangte und von wo er dann nach Otjituo OEDan Diese Reise beschrieb er in: KThe Okavango river; a narrative of travel, exploration and adventure (Lond. 1861; deutsch von Hartmann, Lpz. 1863). A. wandte sich hierauf nach der Kapstadt und ließ sich in Otjimbingue nieder, wo er Elfenbeinhandel trieb. Im Mai 1866 trat er einen neuen Entdeckungszug an, um den Cunene zu erreichen. Nachdem er bis zu diesem gelangt war, wurde er von einer Dysenterie ergriffen, pdor zum Gebiet der Ovakuambi zurück und starb dort 5. Juli 1867. 9.0Kehrn (Nils Johan), schwed. Botaniker, geb. 20. Febr. 1821 im Kirchspiele Gärdserum in Smäland, wurde 1846 Docent der Botanik zu Upsala und 1847 Lehrer an der neuen Elementarschule in Stockholm. Als Botaniker begleitete er die schwed. Erdumsegelungsexpedition der Fregatte Eugenie in den J. 1851—53 und beschrieb die Reise in: EEn Verldsomseglingo (3 Bde., Stockh. 1853 —54, deutsch von Kannegießer, Lpz. 1865). A. wurde 1855 zum Adjunkt und botan. Demonstrator in Lund, 1856 zum Professor und Intendanten der botan. Sammlungen der Akademie der Wissenschaften Aulen zum Lehrer an der Bergianischen Gartenschule in Stockholm ernannt. Er starb zu Stockholm 27. März 1880. Von seinen gelehrten Schriften sind zu nennen: «Salices Lapponiaev (Ups. 1845), «Conspectus vegetationis Lapponiae (Ups. 1846), Lärobok i Botaniko (3 Bde., Stockh. 1851—53), Atlas öfver den skandinaviska Florans naturliga familjero (Stockh. 1849), Cyperaceae Scandinaviaer (Stockh. 1849), 4 Gramineae Scandinaviaer (Stockh. 1852), (Om Galapagos-Oarnas Vegetationo (Stockh. 1854), Inledning till Botanikeno (3 Bde., Stockh. 1851 —53 und öfter).