Maulbeer-Bäume, Morus, Sind wegen der Blätter und Frucht sehr nützlich zu gebrauchen, nemlich die Blätter für die Seiden-Würmer zu ihrer Nahrung; und ist genung zu bedauren, daß das Pflantzen der Maulbeer-Bäume in Deutschland so gar hintan gesetzet wird, da doch dieser Baum in unser Clima sich überaus wohl schicket, indem er nicht eher ausschlägt, als bis keine Kälte mehr zu besorgen ist, wie er denn auch derselben sehr widerstehet, und in dem harten Winter 1709 wol 10 Nuß-Bäume, ehe als ein Maulbeer-Baum, erfroren. Es will aber der Maulbeer-Baum ein mittelmäßiges Erdreich haben, die Pflantzen schiessen ihre Wurtzel sehr tieff, perpendiculariter in die Erde; die rechte Zeit, solche zu versetzen, ist im Früh-Jahr. So etwan ein alter abgehender Baum vorhanden, so haue man denselben nicht allzuhoch von Grund ab, so werden von solchem übergebliebenen Stamm viel junge Sprößlinge ausschiessen, die man entweder mit gutem Grund bedecken, und also wurtzeln lassen, oder eingraben und pflantzen kan, wie man mit den Wein-Reben thut; it. man ziehe einen Maulbeer-Baums-Ast durch ein Geschirr, fülle das mit guter Erde an, mache es an dem Baum feste, daß es nicht könne beweget werden, so wird dieser Ast in dem Geschirr Wurtzel schlagen, daß er hernach leichtlich kan versetzet werden. Eine statliche Land-Policey wäre es, wenn in allen Aemtern und Dörffern eine Anstalt zu Pflantzung der Obst- und Maulbeer-Bäume gemachet würde, welches dem Land- und Bauer-Volck eine grosse Nahrung bringen, und das Geld, welches sonst für Seide aus dem Lande geschicket wird, guten theils darinn erhalten, und zu schönen Manufacturen Anlaß geben könte.