FeedAntilibanon
ErdkundeBrockhaus 1882

Antilibanon, arab. Dschebl-esch-Scherki, d. i. Ostberg, ein Gebirgszug in Syrien Hanan von NO. HeRi SW. dem westlichern Libanon oder Dschebl-Libnan (s. Libanon) fast parallel und von ihm getrennt durch die vom Nahr-el-Asy (Orontes) gegen N. durchflossene, 130 lange und 15 —30 Em breite Thalebene El-Beka'a, das alte Cölesyrien, in welchem die Höhe der Quelle des gegen S. strömenden Litäni bei Baalbek zu 1136 m angegeben wird. Westwärts fällt der Gebirgszug rasch ab; gegen O. und SO. dacht sich sein plateauartiger Rücken allmählich in sehr breiten, ——— Damaskus hin schmaler werdenden Stufen zur Kalksteinebene ab, die nach SO. unmerklich in die Wüste übergeht. Die von ihm fast in südl. Richtung hinziehende Terrasse des weinreichen Dschebl-Kalanüm begrenzt die fruchtbare Ebene von Damaskus (680 m hoch) im N. Im SW. endigt er mit dem Großen Hermon oder Dscheblesch-S ‚e an dessen Südabhange in 350 und 670 m Höhe der Jordan entsteht, und dessen Höhe 2860 m beträgt. Der Große Hermon ist fast stets mit Schnee bedeckt und mit seinen weißen Gipfeln bis Damaskus und Tyrus sichtbar. Gleichwohl ist der A. im allgemeinen niedriger und weniger Ge sammenhängend als der schroffe Libanon; sein Gestein gehört der Kreideformation an, und 9.—— haben seine Höhen eine abgerundete Gestalt. ie Ostabhänge bedeckt eine schöne Vegetation. Er ist mit hellgrünen Pappeln, nirgends mit Cedern bestanden und auch durch die zahlreichen kleinen Seen F — Hochfläche vom Libanon unterschieden. schen Nord- und Südamerika, deren kontinentaler Zusammenhang hier gleichsam wie zerbröckelt er-D33 Sie ziehen sich vom Golf von Paria an den Mündungen des Orinoco bis zur Straße von Florida am Südende der Vereinigten Staaten von Amerika durch mehr als 13 Breitengrade, den Mexicanischen Meerbusen und das Antillenmeer (Karaibische Meer) in weitem Bogen umschließend. Insgesamt haben sie 228 662 qkm Flächenraum mit 4333942 E. Man unterscheidet zwei Hauptgruppen: die Großen und die Kleinen A. Unter den Großen A. begreift man die vier Inseln Cuba, San-Domingo oder Haiti, Jamaica und Portorico, von denen die beiden erstern und die letztere Pipi ziemlich in gerader Linie liegen, in der Westspitze von Cuba sich der Halbinsel Nucatan zuwendend. Die Kleinen A., an Zahl etwa 50, liegen in einem Bogen zwischen 10 —19 nördl. Br. von der Insel Trinidad bis zum Ostende von Portorico. Unter ihnen sind sieben bedeutend vulkainsehn denen zur *m eine Reihe von Kallsteininseln liegen. überhaupt erscheint die ganze Inselreihe als eine von dem Atlantischen, dem Karaibischen und dem Mexicanischen Meerbusen unterbrochene, in ihren Gipfeln isolierte Gebirgskette, welche die größte Höhe in der Sierra —— (2375 m) und der Sierra del Cobre von Cuba (2119 m) und den Blauen Bergen von Jamaica (2370 m) erreicht. Die Kleinen A. teilt man, je nachdem sie von dem nordöstl. Passatwinde früher oder später getroffen werden, in die Inseln über oder im Win de und die Inseln unter dem Winde. Doch herrscht in dieser Benennung keine übereinstimmung. Die Engländer und Franzosen nennen die südliche und Wias östl. Abteilung von Tabago bis Dominica Windward Islands, Iles-du-Vent (Inseln im Winde), dagegen die von Dominica bis Portorico in einem Bogen gelagerten Leeward Islands, Iles-Ions-ke-Dent. Bei den Spaniern heißen alle Kleinen A. von Portorico bis Tabago, Islas-barlo-Vento (Inseln im Winde); dagegen nennen sie, und nach ihnen manche Geographen, diejenigen Juseln, welche von Trinidad westwärts über Margarita und Curacao bis Oruba (vor dem Golf von Maracaibo) längs der Nordküste von Südamerika zerstreut liegen und von vielen gar nicht zu den A. gerechnet werden, Islas-soto-Vento (Inseln unter dem Winde). Das heiße Klima dieser 1092 wird durch die Seeluft gemäßigt; der Himmel ist glänzend rein und der Boden außerordentlich üppig. Mi April und Mai fallen die Frühlingsregen, um Mittag eine halbe oder ganze Stunde mit Gewitter; im August bis Oktober fallen die überas Thermometer 45 C. erreicht. Ebbe und Flut sind an den A. kaum bemerkbar. Das Meer ist von wunderbarer Klarheit. Fast alle diese Inseln haben durch Erdbeben oder Wirbelwinde zu leiden gehabt. Hitze und Feuchtigkeit machen das Klima zu einem sehr ungesunden, in welchem auch weder Holz noch Metalle Bestand haben. Kaffee, Zuckerrohr und Tabak wachsen in den ungeheuersten Massen, wodurch das Pflanzer⸗ und Kaufmannsleben der Bewohner bedingt wird. (Hierzu eine Karte: Die Antillen.) Der Ursprung des Namens «Antillen», dessen erste Anwendung auf diese Inseln bei Peter Martyr d'Anghiera 1493 vorkommt, ist unsicher. Bald wird derselbe von einer Insel Antilia abgeleitet, welche die Sage des ausgehenden Mittelalters in das 3.500 Merr setzte, bald soll er soviel wie Vorinseln bedeuten, d. i. solche Inseln, welche dem amerik. Festlande vorliegen. Außerdem wird für die Kleinen A. bisweilen auch der Name Karaibische Inseln gebraucht. Einschließlich der nördlich von den A., zwischen San-Domingo und der Spitze von Florida gelegenen Bahama-Inseln (s. d.) belegt man diese gesamte Inselwelt mit dem gemeinsamen Namen Westindien (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 717Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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