FeedAbrudbänya
ErdkundeBrockhaus 1882

Abrudbänya, Groß-Schlatten oder Altenburg, Bergstadt im Komitat Unterweißenburg des frühern Großfürstentums Siebenbürgen, in dem engen Thale eines Nebenflusses des Aranyos geleen, ist Sitz eines Bergverwaltungs- und Goldeinösungsamts, sowie eines Bezirkshospitals und zählt (1869) 4129 E., Magyaren und Rumänen, die meist vom Bergbau leben. A. ist der Mittelpunkt des siebenbürg. Golddistrikts im sog. Erzgebirge, das sich im Westen des Landes awischen den Flüssen Maros und Aranyos ausbreitet. Die Fundorte liegen hauptsächlich an der südl. Seite des Aranyosthals zwischen Topanfalva, Offenbäuba. Ponor, Zalathna, Buesum u. a. in einem porphyrartigen Gestein, welches an Sandstein⸗ und Trachytgebilde EUinpr Das Gold ist hier dem Gestein fast Uberall imprägniert, sodaß man nicht bloß einzelne Gänge, sondern die ganze Steinmasse abbaute, wodurch ungeheuere Vertiefungen und Aushöhlungen entstanden sind, die zum Teil schon aus den Zeiten der Römer herstammen. Zuweilen tritt das edle Metall auch als Feingold, in Form von wie hefe Asten, Haaren u. s. w. Bertsvata auf, wie besonders in den Gruben von erespatal. Die durchschnittliche Gesamtausbeute dieses Golddistrikts beläuft sich jährlich auf etwa 2140 Pfd. (55 Stel der Gesamtausbeute der Monarchie). An der Stelle des heutigen A. stand die röm. Kolonie Auraria major oder Auraria Daciae, welche der Sitz des Collegium aurariorum (Bergkollegium) war. Der Ort wurde 10. und 19. Mai 1849 von den Bergwalachen (Mozen) unter Führung des Abraham Janku geplündert und niedergebrannt und die Bevölkerung hingemordet. Bei dem nahen Dorfe Abrudfalva, das 4396 rumän. E. zählt, befindet sich der merkwürdige Basaltberg Detunata.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 67Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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