Antisthenes, der Stifter der unter dem Namen der Cyniker (s. d.) bekannten Philosophenschule, war zu Athen um 444 v. Chr. geboren. Nachdem er Gorgias und dann Sokrates gehört, entsagte er, um sich ganz der Philosophie 0 widmen, dem Geschäfte eines Rhetors, kehrte aber nach dem Tode des Sokrates zu ½½½½„ zurück. Die Lehren des Sokrates erzeugten bei ihm jenen Eifer für die Tugend und die Abneigung gegen das Laster, durch sich die von ihm gestiftete Schule auseichnete. Noch Über die Sokratische Forderung der äßigkeit und Enthaltsamkeit hinausgehend, setzte er die Tugend in das freie Entbehren und in die tum, Würden, vom Außern und verachtete Reichtum, Würden, Genuß, und erkannte im Wissen die sicherste Grundlage der Sittlichkeit. Er wollte Geist und Körper auf das strenge Bedürfnis beschränken und trug daher kein Bedenken, öffentlich als Bettler zu erscheinen. Den Kultus der Götter verwarf er und die Gedichte Homers deutete er allegorisch. A. — die Rückkehr zur Einfachheit des Naturstanes und verachtete jede der bestehenden beschränkten und . Schiler we Staatsformen. Sein vorzüglichster üler war Diogenes (s. d.). Nach des Sokrates Tode lehrte er im Kynosarges, einem Gymnasium Athens, wovon seine Schule ihren Namen erhalten haben soll. Seine vielen Werke, unter ihnen eine polemische Schrift gegen Plato sind sämtlich verloren gegangen; die unter seinem Namen vorhandenen Briefe werden für unecht Sal Dn Die eit seines Todes ist unbekannt. as Verdienst des A. und seiner Schule um die Philosophie ist nur ein untergeordnetes, da er nur die Ethik und selbst diese in allzu einseitiger Richtung verfolgte. Den Gegensatz zu A. und seiner Schule bildeten Aristipp und die Cyrenaiker (s. d.); in beiden bereiteten sich die spätern entgegengesetzten Systeme der Stoiker und der Epikuräer vor. Die Fragmente der I1 des A. hat Winckelmann (Zür. 1842) gesammelt. Vgl. Chappuis, Antisthène (Par. 1854).