Akademie *0 —.—5 nach einem athen. Lokalheros Akademos oder Hekademos) ein 2 km Sipuorc von Athen gelegener Platz, der von Hipparch, dem Sohne des Tyrannen Pisistratus, mit einer Mauer umgeben und zu einem Gymnasion bestimmt, von Cimon durch Herbeiführung von Wasser und 4 zahlreicher Bäume verschönert wurde. Außer Spaziergängen und Anlagen für gymnastische Zwecke enthielt die der Athene geweihte A. zahlreiche Altäre und Heiligtümer verschiedener Gottheiten. Seit 388 v. Chr. waren die schattigen Spaziergänge des Ortes der Lieblingsaufenthalt des Plato, er — Ien mit seinen Schülern und Freunden zu unterhalten und ihnen Vorträge zu halten pflegte. Auch nach dem Tode des Plato, der in der Nähe der A. begraben wurde, blieb die A. der Mittelpunkt seiner Schule, welche deshalb auch die Aka demische Schule * alt ind Geschichte der al an zählt in der Geschichte der alten Philosophie drei A.: die Alte A., gebildet von wirlle en 80 ulern des Plato (Speustppos, Xenokrates, Polemon, Krantor), die Mittlere A., um 244 v. Chr. von Arcesilaus begründet, und die Neue A., an deren Spitze um 160 v. Chr. Karneades trat. Von einigen werden diesen drei Philosophenschulen noch die des Philon und die des Antiochos als eine vierte und fünfte A. hin t. Bei den Römern benannte Cicero als hänger der akadeaus seh Philosophie mit dem Namen A. einen Platz auf seinem Landgute bei Tusculum, welcher in einer großen bedeckten Halle (Porticus) bestand und, von Schattengängen mit Ruheplätzen umgeben, sowohl zur Unterhaltung mit Freunden als auch zum einsamen Studieren eingerichtet war. Auch gab er einem seiner Landhäuser in Campanien lene 30 Puteoli und dem Avernersee, in dem er eine Quaestiones Academicaer schrieb, den Namen Academiab. Mit dem Wiederaufleben der klassischen Studien im 15. Jahrh. kam auch der Name A. von Italien aus wiederum in Aufnahme zur Bezeichnung einesteils von Gelehrtenvereinen, andernteils von höhern Unterrichtsanstalten für Wissenschaft und Kunst. Allmählich jedoch hat sich wenigstens in Deutschland der doenetunter 2 ahin festgestellt, daß man gegenwärtig unter A. vor-Danehen einen Verein gelehrter Männer versteht. aneben aber geschieht es — vielfach, daß namentlich die Universitäten A. genannt werden oder der Ausdruck für bestimmte höhere Fachschulen Hn die Theologische und Philosophische A. zu ünster; die Bergakademien zu Freiberg, Clausthal und Berlin; die Kriegsakademie zu Berlin die Marineakademie zu Kiel; die Forstakademien u Tharand, Eberswalde u. s. w.; die Landwirt⸗ ö 100 tlichen A. zu Proskau, Poppelsdorf u. s. w.; die Handelsakademien zu Wien, Gratz, Triest u. s. w. in Anwendung kommt. Den Sinn von Gymnadm. hat das Wort in der Bezeichnung Ritterakaemie. In England und Nordamerika 1 Academy sowohl der Name von Unterrichtsanstalten, welche etwa unsern deutschen Gymnasien und höhern Bürschulen fn entsprechen, als auch von Wlekte Fachchulen für Militärs und Seeleute. Zu letztern gehören in England die Naval Academy zu MWoylmouth und die Royal military Academy zu Woolwich, in den Vereinigten Staaten die Military Academy zu Westpoint. In Frankreich ist das Wort A. zur Bezeichnung von Unterrichtsanstalten nicht gebräuchlich. Während hier die Gesamtheit des vom Staate angestellten Lehrpersonals den Namen Universität erhielt, bildet das Lehrerpersonal jeder der 16 en 1871 nur 15) Bezirke, in die Frankreich 1857 in — auf das Unterrichtswesen geteilt wurde, eine A. In weiterer übertragung versteht man unter A. auch Anstalten, welche dem Unterrichte in den diser Weise Künsten gewidmet sind, und spricht in dieser Weise von Theater⸗, Maler⸗, Bildhauer⸗, Zeichen-und Bauakademien. (S. Kunstakademien.) Ebenso legen sich Gesellschaften den Namen A. bei, welche die Reproduktion von Musikwerken verfolgen, wie die Académie nationale de musique zu Paris (die Große Oper daselbst), die Academies of music oder Opernhäuser, die 1854 zu Neuyork und 1856 in Philadelphia errichtet wurden, die Singakademien und Swellen nehmen A. namentlich in Deutschland. Bisweilen nehmen auch Lehrer der Reit⸗, Fecht⸗, Tanz⸗ und Schwimmkunst sowohl für ihre Unterrichtslokale als auch für ihre Produktionen den Namen A. in Anspruch. Selbst Kunstreiter, Akrobaten und andere fahrende Künstler gebrauchen für ihre Schaustellungen häufig diese Bezeichnung. In Frankreich führen endlich auch die Spielhäuser den Namen A., weshalb Schriften, welche die Spiele und ihre Regeln behandeln, nicht selten den Titel Académie des jeuxv tragen.