FeedAolsharfe
MusikBrockhaus 1882

Aolsharfe, Windharfe oder Windmonochord, ein Saiteninstrument, das, dem Durchströmen des Windes ausgesetzt, Töne von sich gibt. Es besteht aus einem schmalen, etwas hohen und langen, mit einem Resonanzboden versehenen Kasten von trockenem Tannenholz, in welchem über zwei Stege, die nahe an den schmalen Enden einander gegenuberliegen, 1.1 bis zehn Darmsaiten, alle im Einklang, nicht zu dicht nebeneinander aufgespannt sind. Um dem Luftstrome den Durchgang zu verschaffen, ist der Deckel, gleich einem Pult, aufzuschlagen, zu welchem Zwecke die beiden Seiten mit Flügeln versehen sind. Die tiefsten Töne sind die des eutwickent f mit dem stärkern Erheben des Windes entwickelt sich eine Mannigfaltigkeit von Tönen, die darin ihren Grund hat, daß eine von dem Winde, ähnlich wie von anderer leiser Berührung in Schwingung versetzte Saite nicht bloß ihrer ganzen Länge nach, sondern auch in Hälften, Dritteln, Vierteln u. s. w. schwingt und dadurch die zu ihrem Grundtone harmonischen Obertöne gibt. Es dürfen daher auch die Saiten der A. nur ganz schwach gespannt sein, weil sonst diese Obertöne zu hoch werden und zu schwer ansprechen. Der Erfinder dieses Instruments war der deutsche Jesuit Athanasius Kircher (1602—80), bekannter wurde es indes erst durch Pope und den schott. Tonkünstler Oswald im 18. miud sl Die älteste Spur davon will man im Talmud finden, wo es heißt, daß Davids Harfe um Mitternacht, wenn der Nordwind sie berührte, geklungen habe. Die Theorie der A. ist besonders von Matthew Noung und Schafhäutl bearbeitet worden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 746Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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