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ErdkundeBrockhaus 1882

Apolda, Fabrikstadt im Großherzogtum Sach-Weimar,‚, 14 km nordöstlich von Weimar, an der Thüringischen Eisenbahn und dem Zusammenflusse des Schöten⸗ und Herresserbachs (Nebengewässer der Ilm) gelegen, ist Sitz der Direktion für ! den zweiten Verwaltungsbezirk des Großherzogtums sowie eines Amtsgerichts, hat eine Real⸗- und eine Bürgerschule und zählt (1880) 15598 E. A. ist der bedeutendste Fabrikort des weimar. Landes. Die Herstellung von Wollwaren beschäftigt 42 Fabriken mit 6000 Arbeitern. Außerdem beschäftigen die durch ganz Thüringen verbreiteten Faktoreien der apoldaer Firmen die gleiche Anzahl Arbeiter. Sonst bestehen zu A. noch 5 Färbereien, Posamenten⸗, Karton⸗, Kistenfabriken, Eisen⸗ und Glockengießereien, Senten 3 von Konditoreiwaren, Maschinen, geräucherten Fleischwaren, Ziegel⸗ und Backsteinen. Der 1737 entdeckte Gesundbrunnen war längere Zeit in Vergessenheit geraten, bis 1870 von einer Aktiengesellschaft die Wiederherstellung desselben in Aussicht genommen wurde. Das Schloß, auf einer Anhöhe im Süden der Stadt gelegen, ist Stammsitz der Herren von Vitzthum, deren Urahnen sich Herren von Appolde nannten. Nach dem Tode des letzten Vitzthum der Apoldischen Linie 1631 schenkten die Herzöge von Sachsen-Weimar und von Sachsen-Altenburg am 15. Okt. 1633 Schloß und Rittergut nebst allen Gerechtsamen der Universität Jena, in deren Besitz sich beides noch befindet. Vgl. Kronfeld, Geschichte und Beschreibung der Fabrik- und Handelsstadt A.» (Apolda 1871).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 762Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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