FeedApollodör
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Apollodör, griech. Grammatiker, in der zweiten Hälfte des 2. Jahrh. v. Chr., studierte Philosophie unter dem Stoiker Diogenes, Grammatik unter Aristarch. Er hat namentlich ein Werk über die Götter einen Kommentar über Homers Schiffsverzeichnis, Kommentare zu den Komikern Epicharm und Sophron, ein etymolog. Werk, und in iambischem Versmaß eine Chronik geschrieben, in welcher er das chronolog. System des Eratosthenes befolgt. Das wichtige mihtholg. Werk, welches unter dem Titel „Bibliothek5 in drei Büchern zum großen Teil noch erhalten ist, eine nach Stammbäumen geordnete Zusammenstellung der Mythen des Altertums von den Göttersagen an bis zu der Sage von Odysseus Irrfahrten, galt gewöhnlich für einen spätern Auszug aus einem größern Werke des A. Es ist aber vielmehr das eigene Werk eines spätern unbekannten Verfassers, während von den Schriften des A. nur Bruchstücke übrig sind. Gute Ausgaben der „Bibliotheks besorgten Heyne (2. Aufl., 2 Bde., Gött. 1803), Clavier mit franz. Übersetzung (2 Bde., Par. 1805), Müller in den «Fragmenta historicorum Graecorumo (Bd. 1, Par. 1841), Westermann in den Mythographi Graecid (Braunschw. 1842), Bekker (Lpz. 1854), Hercher (Berl. 1874); übersetzt wurde dieselbe von Moser (Stuttg. 1828). Vgl. Robert, De Apollodori bibliotheca (Berl. 1873). Die Fragmente des ältern A. finden sich bei Heyne und Müller.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 765Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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