FeedApoplexie
HeilkundeBrockhaus 1882

Apoplexie (grch.) oder Schlagfluß (f. d.) nannte man ursprünglich jede plötzlich eintretende Leistungsunfähigkeit des Gehirns, d. h. plötzliche Bewußtlosigkeit und Unbeweglichkeit, sei es, daß dieselbe durch einen Bluterguß ins Gehirn (Apoplexia sanguinea), oder einen wässerigen Erguß (Apoplexia serosa), oder ohne nachweisbare anatom. Störung des Gehirns (Kpoplexia nervosa) erfolgte. Gegenwärtig versteht man unter A. im engern Sinne die durch einen Bluterguß ins Gehirn bedingte, plötzlich oder allmählich eintretende Lähmung von Bewegungs⸗ und Empfindungsnerven, welche meist von einer vorübergehenden oder andauernden Bewußtlosigkeit K Wiute ist. Im weitern Sinne nennt man jeden Bluterguß in irgendwelchem Organ ebenfalls A., Lefe also auch von Lungenapoplexie, Nierenapoplexie, H 93 i. Sugillation). In letzterm Sinne ist A. gleichedeutend mit blutigem Extravasat (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 770Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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