Herpes (grch., von eoneen, schleichen, kriechen, schleichende Glechte) oder Bläschenflechte beeichnet eine akute, typisch verlaufende Hautkrankheit welche sich durch die Bildung kleiner, in Gruppen aneinander gereihter und mit einem serösen oder eiterigen Inhalt erfüllter Bläschen charakterisiert. Am lechternh ist der Herpes 20ster oder die Gürtelflechte, bei welcher, meist unter leichten Fiebererscheinungen und lebhaft brennenden Schmerzen, zahlreiche, gruppenweise angeordnete wasserhelle Bläschen gürtelförmig längs des Verlaufs gewisser Hautnerven, insbesondere der Zwischenrippennerven, auftreten, welche nach einigen Tagen zu bräunlichen Krusten eintrocknen und sodann spurlos, ohne Narben zu hinterlassen, verschwinden. In der Regel genügt zu ihrer Beseitiung das Bedecken der Bläschen mit Bleiwasserompressen, mit milden Salben, Watte u. dgl. Ebenso werden Herpesbläschen häufig an den Lippen (sog. Lippenherpes), besonders in Begleitung fieberhafter Krankheiten, sowie an den Genitalien beobachtet, in welch letzterm Falle sie leicht mit Schankergeschwüren verwechselt werden können. Wesentlich verschieden von den genannten Herpesformen ist der sog. H. tonsurans oder der Ringworm, eine durch einen parasitischen Rin das Trichophyton tonsurans, bedingte Erkrankung der behaarten Kopfhaut, welche in der Form runder oder elliptischer, mit dünnen mattglänzenden Schuppen oder Krusten bedeckter Flecken erscheint und, sich selbst überlassen, Abbrechen der Haare, Zerstörung des Haarbodens und dauernde Kahlheit erzeugt. Hier ist nur von der möglichst frühzeitigen und energischen Bepinselung und Waschung mit den mals parasiticiden Mitteln (Carbolsäure, Sublimatlösungen, Schmierseife, Theepräparaten u. dgl.) Hilfe zu erwarten.