Appiani (Andrea), der «Maler der Grazien», geb. in Mailand 23. Mai 1754, studierte zu Parma, Bologna und Florenz die Werke großer Meister, insbesondere aber wirkten die damals hervorragenden Maler Batoni, Albertolli und R. Mengs an ihn ein. Er besuchte Rom dreimal, um in das beinahe gänzlich verlorene Geheimnis Rafaelscher Freskomalereien einzudringen, und bald übertraf er in diesem Kunstzweige alle lebenden Maler in talien. Seine Kunst bewies er rirrni H. in der uppel der Kirche Sta.⸗Maria presso S.⸗Celso in Mailand und in den Wand- und Deckengemälden, welche er für den Statthalter Erzherzog Ferdinand in dessen Landhause 1795 ausführte. Napoleon ernannte ihn zu be die Hofmaler, und A. malte in der Folge beinahe die ganze kaiserl. Familie sowie mehrere franz. Generale, Minister u. s. w. Seine schönsten Werke sind die Deckengemälde im + Palaste zu Mailand (1808 — 12), bestehend in Allegorien auf Napoleons Leben, und sein Apollo mit den Musen in der Villa Bonaparte. Unter den Olbildern zeichnet sich seine Toilette der Juno besonders aus. A. starb 8. Nov. 1817 in seinem Geburtsorte. Seine Werke bezeichnen eine Emanzipation vom bisherigen Zopfstile in der Malerei, zu der A. gelangt war, ohne sich den gleichzeitigen Reformen Davids anzuschließen.