Heyden (Jak. Aug. Veod. von), Maler, geb. in Breslau 13. Juni 1827, hatte sich anfangs für die Bergwissenschaften bestimmt, deren Studium er in seiner Vaterstadt und in Berlin betrieb. Später machte er mehrfache Berufsreisen, kehrte 1853 nach Preußen zurück und trat nach verschiedenen Leistungen in seinem Fache in die Dienste des Herzogs von Ujest als Generalbevollmächtigter und Dirigent von dessen Bergwerksunternehmungen. Die Liebe zur Kunst war unter dem überwiegenden Einfluß der Berufsgeschäfte in dem bereits 32jährigen Manne so stark und dauernd geblieben, daß er in diesem Alter in Berlin die Akademie bezog, dann 1861 nach Paris ging, um bei Gleyre und Th. Couture Schüler zu werden. Sein erstes größeres Gemälde: Sankt Barbara, die Heilige der Bergknappen, erhielt im Salon 1863 die goldene Medaille. Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg erwarb das, übrigens koloristisch mißlungene Gemälde: Luther und Frundsberg in Worms. Im J. 1866 folgte er dem preuß. Heere nach Böhmen. Seitdem wendete sich H. dem größern Stile der monumentalen Malerei zu und schuf eine Reihe umfangreicherer Kompositionen dekorativer Natur; hierher gehören die Gemälde im berliner Ratskeller (1868), die Geschichte der Schießwaffen im Generalstabsgebäude (1871), Arion, Vorhang im Opernhause zu Berlin, die Siesta, der Festmorgen (1872), die Prinzessin Clemence (1873), die Walkyren auf der wiener Weltausstellung. Bei etwas bunter Färbung zeichnen sich H.s Bilder durch außerordentlich heiteres und festliches Arrangement vorteilhaft aus. Auch als Radierer und Illustrator ist der Künstler vielfach beschäftigt.