ausfüllen, akt. 3., 1. (Erdarb.) einen Graben od. sonstige Vertiefung mit Erdreich, Schutt etc. ausfüllen, frz. remblayer, engl. to fill up, geschieht zu Beseitigung der Vertiefung und Herstellung der Planie; Viele nennen es auffüllen, aber ungenau, denn das Auffüllen, frz. tasser, englto pile up, hat Herstellung einerErhöhung zumZweck. — 2. Fugen a., s. ausfugen. — 3. Bei Maurern, Stubenmalern und Lackirern heißt A. die Arbeit unmittelbar vor dem Anstrich, durch welche man Löcher, Ritzen und fehlerhafte Stellen mittels Kitt in Mauern, Holzarbeiten etc. unsichtbar macht. Nach dem Anstrich richtet sich die Art des Kittes, s. Kitt. Vor dem Leimanstrich benutzt man Leimkitt oder überklebt die betr. Stellen mit Papierstreifen, die in Handschuhleim getaucht sind, oder wenn solcher Stellen zu viele sind, überleimt man Alles mit Papier, in flandrischen Tafelleim getaucht. Ritzen an den Decken pflegt man mit kleinen Musselinstreifen zu belegen, die man zuvor in die Leimauflösung getaucht hat. Der Olkitt wird benutzt, wenn ein Olfarbenanstrich darauf folgen soll. Er darf erst dann zum A. gebraucht werden, wenn das Holzwerk bereits einen Olfarbenanstricherhalten hat; auf rohem Holz haftet er nicht. Beide Kitte färbt man auch; der harte Kitt oder Cement wird zum A. der Steinfugen, ebenso um abgestoßene Stellen an Wänden, Gesimsen, Karniesen und architektonischen Gliedern aus Stein auszubessern, sowie ferner auf Eisen und Blei gebraucht. Man trägt den Kitt mit einer kleinen eisernen Fugkelle ein und glättet ihn. — 4. Den Fehlboden a. oder verfüllen, frz. entrevoüter les solives, engl. to fill up the sound-floor. — 5. ausgefülltes Mauerwerk, frz. muraille bloquée, s. Füllmauer.