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ErdkundeBrockhaus 1882

Apure, ein linker Nebenfluß des Orinoco im westl. Teile der Vereinigten Staaten von Venezuela in Südamerika. Der Fluß hat eine Gesamtlänge von 1190 Em, wovon 1050 schiffbar sind, und ein Stromgebiet von 128 600 akm/ entspringt in der Sierra von Merida der Ostcordilleren der Andes, auf dem Paramo de Batallon und heißt in seinem obern Lauf Uribante. Der A., der diesen Namen erst in der Tiefebene erhält, nimmt eine Menge größerer und kleinerer Flüsse auf, unter denen links der Guanaparo und der Rio de la Portuguesa die bedeutendsten sind. Zu Ende der Regenzeit steigt er um 12 m; das Überschwemmungsland bietet nach dem Rücktritt des Wassers die herrlichste Weide. Vor seiner Mündung, da wo der Orinoco sich nach O. wendet, teilt 0 der A. in mehrere Arme, die durch verschiedene Kanäle unter sich und mit dem Arauca in Verbindung stehen. Der nördlichste von ihnen, der Apurito, vereinigt sich mit dem Guärico. Der A. wird von den Dampfern der Orinoco-Dampfschiff-Compagnie befahren und ist von Z0 Wichtigkeit für die Verbindung der Staaten Zamora und A. mit dem Meere. — Der nach dem Bene⸗ benannte Staat A. der Bundesrepublik enezuela wird umgrenzt im N. von den Einzeltaaten Tachira, Zamora, Guarico, im O. von Hugyana, im S. vom Territorium Amazonas und im W. von Columbia. Die östl. Grenze bildet der Orinoco, die südliche der Rio Meta, die nördliche der A. Das Areal des Staates A. wird auf 48 945 qkm berechnet. Das Land ist überaus wasserreich, der ebenste, niedrigste und am wenigsten bewaldete Teil der anzen Bundesrepublik, die eigentliche Region der Herden, welche dort fast ganz ohne Aufsicht umherschweifen. Dagegen ist A. fast gänzlich menschenleer, indem seine Bevölkerung 1873 nur 18635 Seelen betrug, mit Ausnahme der unabhängigen Indianer, die aber wohl kaum 2000 Köpfe stark sind. Die Hauptbeschäftigung der Bevölkerung bildet die Viehzucht, welche auh den einzigen Ausfuhrartikel, namentlich Maultiere, liefert. Das Klima ist heiß, aber nicht ungesund; nur der den Üüberschwemmungen aus esetzte Teil, of onders der westliche, ist Wechselfiebern unterworfen, die periodisch als furchtbar 98 Hano Epidemien aufgetreten sind. Die jetzige Hauptstadt San-Fernando de A., nur 67 m über dem Meere, rechts am A., der Mündung des Rio Portuguesa gegenüber und deshalb sehr vorteilhaft für den Hundel gelegen, ursprünglich eine Mission andalus. Kapuziner, wurde erst 1789 zur Stadt erhoben und erweiterte sich bald zu einer wohlgebauten Stadt mit fast 6000 C., zählte aber 1873 nur noch 3053 E., nachdem sie im Unabhängigkeitskriege und in den Bürgerkriegen wiederholt niedergebrannt worden war. Die Stadt ist berüchtigt durch ihre Hitze (die mittlere Temperatur beträgt 337 C.), aber nicht G2 von Die frühere Hauptstadt Achäguas, im SW. von A. am Rio-Matigure, einem Zuflusse des Arauca, gelegen, hat 2000 E., deren Hauptbeschäftigung Viehzucht ist. Kaum 4 km süd ich der Stadt Guasdualitoliegt Puerto de la Periquera, ein kleiner Hafenort am Rio Sarare, bis wohin auf Kanots Waren von Angostura 34 Aue

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 791Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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