FeedArdahan
ErdkundeBrockhaus 1882

Ardahan, russ. muthal in Armenien, an der von Akhalkalaki ins Kurthal und dann über Pennek und Olti nach Erzerum führenden Straße und über Omer-Agha mit der Festung Kars verbunden, liegt in dem 19 km langen, 13 km breiten Kurthale am Fuße der dasselbe nach Osten abschließenden Berge, besaß bis 1872 nur eine Citadelle und Umfassungsmauer, erhielt jedoch in den folgenden Jahren im Thale fünf Forts, welche sämtlich von dem auf dem Gülawerdi belegenen starken Fort Emir-Ogli beerrscht werden; auf dem linken Ufer liegt das auptfort Ramazan, Fort Kaia-Baschi und eine leine Schanze. Die Stadt war bis 1877 türkisch. Am 28. April 1877 traf der russ. General Dewel mit 10000 Mann vor A. ein, welches unter Befehl Hadschi Hussein Paschas stand. Die Festung war vollständig armiert. Später wurde noch General Heimann mit 10000 Mann Verstärkung herangezogen. Nachdem am 13. Mai ein Ausfall der Besatzung 4·M. Aewe worden war, übernahm General Loris-Melikow den Oberbefehl über die vor A. befindlichen russ. Truppen. Am Morgen des 16. Mai erstürmte General Dewel das Fort Emir-Ogli und alle Anen Nacht auf dem Gülawerdi, und in der folgenden Nacht begann die Beschießung der Forts der Südfront. Am andern Morgen wagte General Heimann den Sturm, während General Dewel auf das linke Ufer überging und gegen Fort Ramazan r demonstrierte. Alle Forts wurden fast widerstandslos genommen, die Russen folgten der fliehenden Besatzung bis in die Stadt, in deren Straßen bis x 8 Uhr abends ein regelloser Kampf stattfand, der auch die Citadelle in ihre Gewalt brachte. Fort Ramazan wurde von den Türken in der Nacht zum 18. Mai geräumt, womit A. gänzlich im Besitze der Russen war, in welchem es auch nach dem Friedensschlusse verblieben ist. ö

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 858Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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