FeedArger
AllerleiBrockhaus 1882

Arger nenntman diejenige Gemütsverstimmung, welche ihrem Wesen nach gleichsam die Mitte hält zwischen dem Zorne einerseits, dem Gram oder Kummer andererseits. Geschieht einem Menschen ein wirkliches oder vermeintliches Unrecht, so wird er zornig; trifft ihn ein schwerer Schlag des Schicksals, erleidet er schmerzliche Verluste, bittere Enttäuschungen, so grämt oder bekümmert er sich; A. aber erfaßt ihn bei den mancherlei Widrigkeiten des täglichen Lebens. Während der Zorn zu lebhaften Ausbrüchen in Wort und That hinreißt, der Gram aber im stillen zehrt, n. sich der A. durch mäßigere Zeichen des Unwillens oder versetzt auch nur in eine vorübergehende Verstimmung. Hierbei sind Temperament, Charakter und Bildung von großem Einfluß. Argerlichkeit ist die Anlage zum A., die für A. empfängliche Gemütsstimmung.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 879Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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