Aristarchos aus Samothrake, der größte und berühmteste alexandrinische Grammatiker, lebte zu Alexandria um 170 v. Chr., unter Ptolemäus VII. Philometor, dessen Sohn, Philopator II., er auch unterrichtet hat. A. starb, an einer unheilbaren Krankheit leidend, den freiwilligen Hungertod 72 J. alt in Cypern. Er war Schüler des Grammatikers Aristophanes, ward dann aber selbst Stifter der bedeutendsten philol. Schule im Altertum und galt mit Recht als der größte Meister der Kritik und Exegese. Seine Thätigkeit war hauptsächlich der Erklärung und Kritik griech. Dichter, besonders des Homer, gewidmet, dessen gegenwärtige Gestalt man neben Aristophanes vorzüglich seinem Fleiß und Urteil verdankt. Vgl. Lehrs, De Aristarchi studiis Homericiso (Königsb. 1833; 2. Aufl. 1865). Seine kritischen Bemerkungen zu Homer sind in den Scholien, besonders in den von Villoison (Vened. 1788), neuerdings von Dindorf (Oxf. 1875) herausgegebenen zur Jlias, zum Teil erhalten. ů