Arlecchino, frz. Arlequin, Name einer der komischen Masken im national-ital. Stegreifspiele, der sog. commedia dell' arte, deren Ursprung aus den altröm. Atellanen (s. d.) abgeleitet wird. erscheint in knappanliegender Tracht, die aus Tuchläppchen aller Farben zusammengestückt ist, mit kurzgeschnittenem Haar, oft mit einer schwarzen Halblarve, leicht beschuht, ein hölzernes Schwert im Gürtel. Man leitet diese Maske, deren Ursprung einige schon im griech. Satyrspiele finden wollen, von den röm. Mimen her, die mit geschorenem Ropfe gingen, nach ihren buntscheckigen Kleidern centunculi und, weil sie barfuß waren, planipedes hießen. Das hölzerne Schwert 9225 aus dem Küchenmesser des mäsonischen Kochs, es beliebten alten Lustigmachers, entstanden sein. Gemischter Abkunft ist die Maske gewiß, wie alle ähnlichen volkstümlichen Gestalten. Für ihre Herleitung von den alten Mimen spricht auch, daß A. und Scapino, die beiden verwandten Spußntacher bei den besten toscan. Schriftstellern die beiden Zannis genannt werden, was an den lat. Sannio erinnert, dessen Beschreibung in Ciceros De oratorer vollkommen auf den Charakter des A. paßt. Den Namen leiten einige sehr unwahrscheinlich von einem toscan. Dorfgeistlichen Giovanni Arletto ab, andere wollen seinen Ursprung in Frankreich finden, wohin die commedia dell' arte 1579 verpflanzt worden, und ihn von einem drolligen Trommelschläger, Peter von Arles aus der Provence (Pierrot Arlequin), herleiten. Gewiß bleibt, daß der franz. Arlequin, in dessen Darstellung der berühmte Carlino (. d.). in der Mitte des 18. Jahrh. in Paris bewundert wurde, mit dem italienischen A. ein und dieselbe Rühw ist, und daß dieser auch in Deutschland Anlaß wurde, den Namen des alten Hanswurst (s. d.) am Ende des 17. Acher! in Harlekin zu verwandeln. A. hatte von jeher die Rolle eines Bedienten, war in den ältesten Zeiten roh, tölpisch, unverschämt, feig, schmutzig, veränderte aber um die Mitte des 16. Jahrh., als die ital. Höfe Geschmack an der commedia dell' arte fanden, seine Manieren, wurde dummpfiffig, schmarotzerhaft, treu und thätig, witzig und boshaft gegen die beiden andern stehenden Figuren der commedia dell' arte, den Pantalon und Dottore. In Frankreich erhielt die Maske noch mehr Gewandtheit und Grazie, zog sich aber zuletzt ganz auf das Ballett zurück, wo sie in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrh. ihr Ende gefunden hat. In Italien lebt A. noch in dem volkstümlichen Stegreifspiele fort. Manteau d'Arlequin heißt auf den Theatern die gemalte Draperie, welche, dicht hinter dem Vorhange, die erste Coulisse bedeckt. Sie ist der überrest der Teppiche, mit denen die alte Bühne, statt der gemalten Prospekte, rundum behängt war, und in deren Falten A. sich zu verstecken pflegte, um seine Scherze daraus hervor zu treiben. rler, Name einer Künstlerfamilie, aus welcher mehrere namhafte Baumeister und Bildhauer hervorgegangen sind. — Heinrich A., der schon 1351 Heiltgen wird, gilt als der Erbauer der Kirche des eiligen Kreuzes zu Gmünd in Schwaben. Es ist noch zweifelhaft, ob dieser identisch ist mit dem unter dem Namen Heinrich von Gmünd vorkommenden Künstler, der, geb. 1333 zu Bologna, zu den Baumeistern des Mailänder Doms gehört. — Peter A., mutmaßlich der Sohn des vorigen, soll den Bau des Doms von St. Veit in Prag, den Matthias von Arras 1343 begonnen hatte, 1385 beendet haben. Zu den fernern Bauwerken, die A. in letzterer Stadt erbaut Wöng gehört auch die Allerheiligenkirche und die Moldaubrücke. A. starb um 1400. Von seinen vier Söhnen werden drei, Johann, Wenzel und Peter Paul, ebenfalls als Baumeister genannt. Dieselben gingen nach dem Tode ihres Vaters nach Deutschland, wo sie unter andern am Bau des Turms des Straßburger Münsters 1404—18 thätig waren.