Armida, eine der poetischsten Frauengestalten in Tassos „Befreitem Jerusalemv, begab sich, wie Tasso erzählt, von ihrem Oheim Hidraot, dem Fürsten von Damaskus, aufgefordert, allein in das Lager der Christen, und es gelang ihr, durch ihre verführerische Schönheit mehrere der tapfersten Ritter hr Pflicht zu entlocken, die ihr nach Damaskus folgten. Unterwegs aber werden sie von Rinaldo, dem schönsten und jüngsten der Kreuzritter, befreit; später gerät jedoch Rinaldo selbst in A.s Gewalt; von heftiger Liebe zu dem Art schönen Jünglinge entbrannt, entführt sie ihn auf eine fernliegende, reizende Insel, woselbst er in ihren Armen und ihren wunderbaren Zaubergärten Gesang 16) die hohe Aufgabe, der er sich geweiht at, gänzlich vergißt. Aber ohne Rinaldo kann erusalem nicht erobert werden. Zwei Abgesandte des christl. Heeres kommen nach der Whit; um ihn zu befreien. Es gelingt mung und Rinaldo entflieht. In wilder Verzweiflung zerstört A. die Zaubergärten und eilt zu den Sarazenen, um die Helden zum Kampfe gegen Rinaldo anzufeuern. Aber alle erliegen seinem Schwerte. Zuletzt stürzt A. selbst in den Kampf gegen Rinaldo; er aber gesteht ihr seine Liebe und erklärt sich für Dem Ritter. Die sinnliche Leidenschaftlichkeit, die in dem ganzen Stoffe herrscht, hat A. zu einem passenden Sujet für die Oper gemacht. Es gibt zwei musikalische Kompositionen dieses Namens, von Gluck und Rossini, von denen namentlich in der Gluckschen Oper die Gestalt der A. treu nach den Intentionen Tassos gezeichnet ist.