FeedArnim
ErdkundeBrockhaus 1882

Arnim, ein altes märkisches Adelsgeschlecht, welches seinen Namen von dem Dorfe Arnim in der Altmark (Kreis Stendal) trägt. Dort erscheint auch 1204 der erste Arnim (Allard v. A.). Mit den schauenburger und geldernschen Dynasten gleichen Namens besteht keine Stammverwandts chaft. Ebenso wenig hat die Annahme, die Familie sei aus der Stadt Arnheim nach den Marken gekommen, irgendwelche Begründung. Nach jenem Allard tritt erst wieder 1280 ein A., Henkinus (Henning) und zwar in der Ukermark auf. Die Urkunden des 14. Jahrh. bringen schon zahlreicher Namen von Mitgliedern des Geschlechts, sowie die ersten Hlich inder über dessen Besitzungen, welche hauptsächlich in der Ukermark und in der Landschaft Barnim lagen. Anfang des 15. Jahrh. beginnt mit den drei Brüdern Ludecke, Klaus und Wilke von A. die ununterbrochene Namensreihe der ganzen Familie, welche sich allmählich auch in Pommern, Franken, dem Magdeburgischen, in Sachsen, Mecklenburg und Preußen ausbreiteten. Die Hauptbesitzungen waren und sind in der Ukermark, dort lagen auch die Schlösser Zehdenick, Zichow und Gerswalde, nach welchen die Nachkommen jener drei Stammyäter sich benannten und in drei Linien schieden. Aus der Linie Zehdenick entstand Haus Fredenwalde und Crussow. Vom Hause Zichow zweigte sich Haus Seidewitz in Franken ab, aus welchem Joachim von A., 15⁴⁴ „Haheh, die des Johanniterordens, und im 17. Jahrh. die sächs. Arnims 0. Boihenburg on Gers im 17. Jahrh. trennte si von Gerswalde. In der Ukermark wurde das Geschlecht bald das begütertste und angesehenste. Seit 1424 verwalteten dort, bis zum Eingehen dieses Amtes 1738, größtenteils Mitglieder desselben die Bernd 1. Hans J., Ludecke, Henning I. und II., Bernd I., chim, Hans II., Bernd II., Bernd III., Georg Dietlof. Das Vogteischloß Boi 1. 0 war schon 1528 Eigentum der A.s geworden. Henning II., Bernd II., sowie dessen Bruder Kurt bekleideten die Würde eines Hofmarschalls, Jakob wurde 1613 Oberkämmerer. Als eins der bedeutendsten Mitlieder der Artene⸗ oHun der General im Dreiigjährigen Kriege Johann Georg von Arnim ( d.) aus dem Hause Gerswalde-Boitzenburg. — olf Christoph von A., gest. 1668, kursächs. Generallieutenant, ist der Stifter der sächs. Linie. — Georg Abraham von A., geb. 27. März 1651 zu Boitzenburg, der Stifter des Suckowschen Majorats, diente vom 16. Jahre an in der preuß. Armee, wohnte 25 Schlachten und 17 Belagerungen bei und starb 19. Mai 1734 als preuß. Generalfeldmarschall. — Georg Dietlof von A., aus dem Hause Wirll. Geh geb. 8. Sept. 1679, wurde 1749 preuß. Wirkl. Geh. Staats⸗, Kriegs⸗ und dirigierender Minister sowie Generalpostmeister und starb 20. Okt. 1753. — Friedrich Wilhelm von A., geb. 31. Dez. 1739, gest. 21. Jan. 1801, erbgesessen auf Boitzenburg und Zichow, wurde preuß. Staats- und Kriegsminister, nahm aber 1798 seinen Abschied, nachdem er 2. Okt. 1786 in den preuß. Gra-Fricdr erhoben worden. — Dessen Sohn, Graf Friedrich Abraham Wilhelm von A., geb. 23. Juni 1761, bekleidete mehrfach preuß. Gesandt-Emd 1. an unter anderm am kursächs. Hofe, und tarb 31. Jan. 1812. Aus seiner Ehe mit Gräfin Georgine Charlotte Auguste von Wallmoden-Gimborn stammten: 1) Graf Friedrich Ludwig von A., geb. 24. Juli 1796, Erbherr der Lehen-Rittergüter Blumberg, Netzow, Falkenwalde und Kleinow und des Allodialguts Falkenberg, preuß. Wirkl. Geheimrat und unter König Friedrich Wilhelm IV. Obergewandkämmerer, —7 — bis 1853 Oberschloßhauptmann zu Berlin, gest. 27. April 1866. Sein Sohn, Graf Georg Friedrich von A., geb. 15. Juli 1882, Erbherr zu Zichow und Oberst des preuß. Gardekürassierregiments, beschloß am 20. Okt. 1881 den Mannsstamm dieses Zweigs. 2) Graf Adolf Heinrich von Arnim (f. d.), preuß. Staatsminister, gest. 1868. Sein Sohn, Graf Dietlof Friedrich Adolf von Arnim (. d.), Majoratsherr der Grafschaft Boitzenburg und als solcher erbliches Mitglied des Herrenhauses. — Ein Zweig der boitzenburger Linie ist das Haus Heinrichsdorff und Werblow, aus welchem Hein-Geh Zusohrals von Arnim (s. dd der Sohn des Geh. Justizrats und Landschaftsdirektors Heinrich August von A. (geb. 20. Jan. 1760, gest. 19. Jan. 1834), von König Friedrich Wilhelm IV. 1841 in den Grafenstand nach dem Rechte der Erstgeburt uhard worden ist. Sein Bruder Heinrich Leonhard von A. auf Heinrichsdorff (geb. 29. Sept. 1801, gest. 18. Nov. 1875), von 1849 bis zu seinem Tode, mit Ausschluß der Wahlperiode 1862 — 65, Mitlied des preuß. Abgeordnetenhauses, war ein einiußveicher Führer der konservativen Partei. — Einem andern Zweige der Linie A.⸗Boitzenburg dem Hause Suckow, gehörte Freiherr Heinri Alexander von Arnim (s. d.) an. Sein Neffe war Graf andes von Arnim (s. d.). — Ein Glied des Hauses Kröchlendorf, ebenfalls zu der boitzenburger Linie gehörig, war Sdopfrche Premlan. von A., geb. 1744 zu Kröchlendorf bei Prenzlau. Derselbe wurde von Friedrich Wilhelm III. 1798 zum Wirkl. Geh. Staats-und d farb 25. ernannt, nahm 1802 seinen Abschied und starb 25. Okt. 1805. Ein anderes Mitglied dieses Hauses, Friedrich [Oskar von A.⸗Kröchlendorf (geb. 16. Juni 1813) gehörte 1849—59 dem preuß. Abgeordnetenhause an und wurde 1860 auf Präsentation des Familienvpverbandes an Stelle des Grafen Heinrich Friedrich pvon A. auf Lebenszeit ins Herrenhaus berufen. Dem Hause Gerswalde gehörte der 1785 geborene, 1857 gestorbene Oberstlieutenant a. D. Otto Fried12 1e5⸗ A.⸗Criewen, ebenfalls Mitglied des Herrenauses, an.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 940Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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