Arnim, auch Arnheim (Hans Georg Lath' General im HU1½ Kriege, von den kat Soldaten wegen seiner Nüchternheit der Lutherische Kapuziner genannt, wurde 1581 zu Boitzenburg geboren. Er machte 1613 gegen Rußland seinen ersten Feldzug als Freiwilliger im Heere Gustav Adolfs, der ihn schon im nächsten Jahre zum Obersten erhob, dann 1621 in poln. Diensten einen zweiten gegen die Türken. Seit 1626 in kaiserl. Diensten, trat er in vertraute Verhältnisse zu Wallenstein, der seine und in 58 Tüchtigkeit erkannte, ihn an der Ostsee und in Polen gegen die Schweden verwandte und ihm 1628 den Feldmarschallsstab auswirkte. Zum Rücktritt aus dem kaiserl. Dienste vermochte ihn neben persönlichen Differenzen jedenfalls der Unwille über die kath. Reaktionsversuche Ferdinands II. Imderrt Restitutionsedikt; denn an seinem evang. Glauben hielt er mit Eifer fest. So kam er sächs. 3 Aelf ra focht er bei Breitenfeld neben Gustav Adolf, drang dann, wie es scheint unter Konnivenz des abgesetzten Wallenstein, in Böhmen ein (Winter 1631—32), mußte sich aber vor diesem, nachdem derselbe restituiert war, nach Sachsen zurückziehen. Seit dem Sommer 1632 operierte er anfangs mit Glück in Schlesien, zog aber in dem Gefecht bei Steing (Okt. 1633) gegen Wallenstein den kürzern. Dessen Rückberufung nach Böhmen (Nov. 1633) befreite A. aus einer sehr bedenklichen Situation, und die beiden Gegner näherten sich nun wieder bei den Kasper enlelteh die den Abfall Wallensteins vom Kaiser einleiteten. Die Ermordung Wallensteins verschaffte A. neue Gelegenheit zu ruhmvollen Kämpfen gegen die Kaiserlichen, die er bei Liegnitz 1634 schlug; aber der Friede von Prag 1635, den der Kurfürst ganz gegen A.s Willen geschlossen, bewog letztern zum Austritt aus sächs. Diensten. Er lebte nun meist auf seinem Schlosse Boitzenburg. Hier ließ ihn Oxenstierna 7. März 1637 wegen angeblicher Teilnahme an brandenb. bolm brinhen. Schweden Heln en und nach Stockolm bringen. Keine Vorstellung fruchtete, auch nicht das Erbieten, ihn gegen den bei Nördlingen in Gefangenschaft geratenen Gustav Horn auszuwechseln. A. befreite sich indes mit großer Schlau901 selbst und entkam (Nov. 1638) nach Hamburg. on nun an ging sein ganzes Streben darauf, das Reich von dem Druck der Fremdherrschaft zu befreien. Als kaiserl. und sächs. Generallieutenant war er schon mit neuen Kriegsrüstungen gegen Franzosen und Schweden betraut, als er erkrankte und 18. April 1641 zu Dresden starb. Vgl. Förster, Wallie Wallensteinso (3 Bde., Berl. 1828); Helbig, Wallenstein und A. 1632 — 345 (Dresd. 1850); Kirchner, «Schloß Boitzenburg und seine Besitzerv (Berl. 1860).