Akroterium, n., auch Akroterie, f., — vyjpioy, frz. acrotère, m., engl. aeroter, acroterion, Pl. acroteria, ital. aeroteria, lat. acroterium, n., hießen bei den Alten alle Fig. 124. weit vorstehenden, äußersten Theile, daher Akrostolion. die Flügel der Nike (Siegesgöttin), die Schiffsschnäbel, s. Fig. 124, u. Anderes mehr; in der Baukunst aber war Akroterinm eine Giebelzinne, eine auf die unteren Ecken und die Firstspitze des Giebels griechischer und römischer Gebäude gesetzte, oben wägerechte, meist gar nicht verzierte und sehr niedrige Sockelplatte, welche durchaus gar nicht als Postament, sondern höchstens als ganz einfacher, schlichter, nur eben eine horizontale Aufstandsfläche vermittelnder Untersatz bezeichnet werden kann. Diese Akroterien nun, welche zugleich die Dachrinnenanfänge und Firstziegel verdeckten, trugen gewöhnlich symbol. Verzierungen, engl. acroteérial ornaments, z. B. bei einem Fig. 125. Akroterium. schlingende Ornamente, meist in den Formen des Akanthus, nach. Wo man kein leicht verständliches oder greifbares Symbol hatte,, oder sich der Symbolik aus irgend welchen Gründen enthalten mußte, gestaltete man das Ganze ornamental, bes. häufig als Mittelpunkt ein Fächerpalmenblatt (eine Palmette) aufstellend; s. Fig. 126 —129. Nach und nach, bes. beim Sinken der Kunst, gewann das blose Pflanzenornament immer mehr die Oberhand, u. selbst wo noch Symbole angebracht wurden, wurden sie dem Ornament untergeordnet; so finden sich z. B. Pferdeköpfe, Adler u. Minervenköpfe ziemlich klein, medaillonartig in die Mitte der Palmette eingesetzt, wie in Fig. 127. Falsch ist es, den Namen Akroterium auf die ganze Verzierung anzuwenden, wie häufig geschieht.