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AllerleiBau-Lexikon 1881

Alkunna, f., zwei rothe Farbstoffe, 1. von der Wurzel der Alkanna, lat. anchusa tinctoria, die in Ungarn u. Südeuropa wächst; eine ähnliche Farbe kommt von AIkanna Matthioli aus Kreta und dem Orient. — 2. aus dem Laub der ägyptischen Weide, (al) Henna od. Henneh, Kopher der Bibel, Lawysonia inermis, einer Lythrariee. Alkohol, m., frz. alcool, m., engl. aleohol, ist eine Flüssigkeit, welche durch einen eigenthümlichen Gäöhrungsprozeß (weingeistige Gährung) aus stärkemehl- und zuckerhaltigen Substanzen dargestellt und durch Destillation und wiederholte Entwässerung der destillirten Flüssigkeit mit Chlorcaleium oder gebranntem Kalk in konzentrirtem Zustand als absoluter Alkohol erhalten wird. Spezifisches Gew. = 0,4, Siedepunkt - 78 Wärme, Gefrierpunkt noch über 100 Kälte. Je nach dem geringeren und größeren Wassergehalt des Alkohols führt derselbe die Namen Weingeist (spiritus vini) oder Branntwein. Bei Marcus Gräcus, im 8. Jahrhundert, findet sich zuerst die Nachricht, daß man Wein durch Destillation erhalten habe, u. im 10. Jahrh. wurde Weingeist durch Destillation allgemeiner von den arabischen Aerzten aus dem Wein dargestellt. In der Neuzeit wird der wässerige A. besonders aus dem Stärkemehl der Kartoffeln und Getreidearten, sowie aus dem Zuckersaft der Rüben fabrizirt. Will man aus Stärkemehl A. erzeugen, so muß aus demselben erst Krümelzucker oder Fruchtzucker gewonnen werden; es geschieht dies bei den Getreidearten durch Vermittelung des Keimungsprozesses, bei dem die Diastase entsteht, durch welche die Zuckerbildung aus der Stärke vermittelt wird. Der A. findet in sehr verschiedenen Konzentrationsgraden Verwendung. Man prüft diese mittels des Alkoholometers od. der Alkoholwaäge, s. Aräometer, und nennt A. von 100%/ absoluten, 90⁰½ höchst rektifizirten, von 60⁰½ rektifizirten Weingeist und von 3050,/ Branntwein. Konzentrirt ist er ein wichtiges Lösungsmittel für Harze und Lacke; s. Weingeistfirniß. Außer dem gewöhnlichen A. kennt die Chemie noch eine große Anzahl von aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff bestehenden Verbindungen, welche dem Weingeist in vielen Beziehungen ähnlich und mit dem gewöhnlichen A. in eine Reihe zu stellen sind. Die nachbenannten Alkohole unterscheiden sich z. B. bezüglich ihrer ZZusammensetzung vom gewöhnlichen A. nur dadurch, daß sie entweder weniger oder, die meisten derselben, mehr Kohlenstoff und Wasserstoffatome, dagegen alle gleichviel Sauerstoff enthalten. Ein anderes Unterscheidungsmerkmal bilden die Siedepunkte, welche meist höher sind als der Siedepunkt des gewöhnlichen A.s. Methyl-Alkohol oder Holzgeist, Aethyl⸗— „ gew. Alkohol, Propyl⸗ „ Amyl⸗ „ Karrtoffelfuselöl, Oenanthyl⸗, „ (im Weinbouquet), Cetyl⸗ 0 „Aethal (im Walrat), Cerotyl- „ „Cerotin (im Wachs), Phenyl- „ „ Karbolsäure (in den Stein-Alkoven, ms frz. alcôve, f., engl. aleove, altengl. zotheéca, ital. alcóva, span. alcoba, alcuba, a. d. arab. al kubbe, das Hohle, Gewölbte, entstanden, eig. also für Nische anzuwenden; in den maurischen und arabischen Bauten sind auch die A. gewöhnlich gewölbte Nischen, die durch ein darin stehendes Ruhebett ganz ausgefüllt werden; ähnlich wurden sie von den Spaniern angeordnet und um 1650 in Frankreich eingeführt, in reicherer Form zuerst von Mme.de Rambouillet angewendet. Bei uns hat sich nun der Begriff des A. auf eine Art Schlafzimmer ausgedehnt, welches durch einen vorhanggeschlossenen Bogen oder eine Glaswand mit dem Wohnzimmer zusammenhängt; man muß mit der Anlage solcher A. sehr vorsichtig sein, damit sie nicht ungesund, dumpfig od. zu dunkel werden. Die Größe bemißt man nach Zahl der Betten, die darin aufgestellt werden sollen; s. Bett.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 76Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

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