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NaturlehreBau-Lexikon 1881

Amalgam, n. (Name arabischen Ursprungs), Onichbrei, frz. amalgame, m., engl. amalgam, amalgama, im allgemeinen jede Metalllegirung, im besonderen jedoch die Vereinigung anderer Metalle mit Quecksilber, und zwar sind diese Vereinigungen meist breiartig. Man unterscheidet a) natürliches A., frz. amalgame natif, mercure, m. argental, engl. argental mercury, ein natürlich vorkommendes Silberamalgam. b) Künstliches A., auch schlechthin A. genannt. Von Wichtigkeit ist die Bildung eines Amalgams, d.h einer bei gewöhnlicher Temperatur schon flüssigen Metalllegirung, bes. für die Gewinnung der edlen Metalle, des Silbers und des Goldes, welcher Prozeß der Amalgamationsprozeß genannt wird; für die Ueberziehung der Oberflächen unedler Metalle mit edlen (Anquicken), also behufs des Versilberns und Vergoldens (s. d.); für die Ueberziehung des Glases mit einer reflektirenden Metallfläche (Verquicken), behufs der Spiegelbildung; zum Ueberziehen des Zinkelements in galvanischen Batterien und zu manchen anderen Zwecken. Ein Zinkamalgam wendet man an, um dem Kupfer die Farbe von Semilor oder sogenanntem Mannheimer Gold zu geben, welches aus 5 Thl. Kupfer u. 2 Theilen Zink besteht. Ein A. aus 1 Theil Zinn, 1 Theil Zink und 4 Theilen Quecksilber dient, um Glaskugeln mit einer spiegelnden Fläche zu versehen; solche Glaskugeln sind bekanntlich häufig eine Zierde von Gärten. Um das Quecksilber aus einem A. zu entfernen, also z. B. die zufällig durch Quecksilber amalgamirten Stellen der Oberfläche eines metallischen Gegenstandes zu reinigen, ist nur Erhitzen des Gegenstandes nöthig, wobei man aber für freien Abzug der äußerst schädlichen Quecksilberdämpfe Sorge zu tragen hat, ebenso wie in den Amalgamirwerken, wo Gold und Silber durch Anwendung von Quecksilber aus ihren Erzen geschieden werden. J.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 86Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

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